Patrick Heidmann
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Filmkritiken von Patrick Heidmann
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Drei Geschwister, die als Erwachsene der Nähe nachspüren, die sie einst verband, stehen im Zentrum des neuen Films von US-Independent Regisseur Dustin Guy Defa, dessen Arbeit in Deutschland bislang noch kaum Wellen schlug. Hier gelingt ihm ein feines, kleines Familiendrama mit einer guten Portion verspielten Witzes, das nicht zuletzt davon lebt, wie überzeugend Michael Cera, Hannah Gross und Sophia Lillis nicht nur die geschwisterlichen Bande spürbar machen, sondern auch die Leerstellen des Drehbuchs mit Leben füllen.
Weder was Schwiegereltern-Komödien noch das unter Comedians übliche Ausschlachten der eigenen Biografie als Gag-Material weiß Sebastian Maniscalcos erster eigener Kinofilm wirklich zu überzeugen. Entweder hätte sein Spiel mit kulturellen Unterschieden und althergebrachten Vorurteilen mehr Wahrhaftigkeit gebraucht oder im Gegenteil den Mut zu noch mehr Absurdität. Immerhin: Robert De Niro als Italo-Papa mit peinlichem Klingelton und Vorliebe für penetrante Düfte sorgt für die besten Momente.
Angesiedelt zwischen niedlicher Romcom und tragischem Beziehungsdrama erzählt Michael Showalter die Liebesgeschichte zweier letztlich sehr unterschiedlicher Männer (Jim Parsons & Ben Aldridge), die nach vielen gemeinsamen Jahren durch eine Krebserkrankung erschüttert wird.
Die Geschichte, die Regiedebütantin A.V. Rockwell hier mit großer Empathie, nie reißerisch, aber doch emotional wuchtig erzählt, ist gleichermaßen Charakterstudie, Bild einer Stadt im Wandel und Reflexion über den Familienbegriff. Hauptdarstellerin Teyana Taylor, sonst eher als Sängerin bekannt, ist großartig in der facettenreichen Rolle der jungen Inez, die nach der Entlassung aus dem Gefängnis den kleinen Terry unbefugt aus dem Pflegesystem in ihr eigenes, wenig stabiles Leben holt. Zu Recht einer der großen Gewinner beim diesjährigen Sundance Film Festival.
Statt auf altbekannte Vampirklischees und gruselige Düsternis zu setzen, erzählt Chris McKay von Dracula im Jahr 2023 als aufgekratzter Horrorkomödie mit jeder Menge Action. Nicolas Cage als legendärer Graf und der eigentliche Hauptdarsteller Nicholas Hoult als sein titelgebender Mitarbeiter legen sich ordentlich ins Zeug, aber dass die Geschichte nie so witzig wie blutig ist, steht dem Gelingen dann leider doch ein wenig im Weg.
Fantasy mal nicht in düster, sondern knallbunt und komödiantisch. Die neue Verfilmung des Rollenspiels »Dungeons & Dragons« ist zwar ein wenig kindisch geraten und wartet mit viel Fanservice und etwas flacher Figurenzeichnung auf. Doch gelungene Actionszenen, ein flottes Tempo und vor allem das erkennbar Spaß habende Ensemble rund um Chris Pine, Hugh Grant und Michelle Rodriguez machen den Film recht vergnüglich.
Mit einer häufig kruden Mischung aus alberner Komödie und extrem blutiger Gangster-Action versucht Elizabeth Banks in ihrer neuen Regiearbeit vergessen zu machen, dass »Cocaine Bear« jenseits der titelgebenden Idee – ein Bär auf Koks – gar nicht so viel Originelles zu bieten hat. Da wäre mehr drin gewesen, auch seitens des hochkarätigen Ensembles. Aber die eine oder andere witzige Szene kommt aber durchaus bei herum, und dass überhaupt noch Hollywoodstudios einen solchen Film mit ordentlichem, aber nicht üppigen Budget und einer unerprobten Originalgeschichte auf die Leinwand bringt, macht Hoffnung.
In seinem ersten komplett selbst verfassten Drehbuch hat Sam Mendes sich viel vorgenommen. »Empire of Light« erzählt nicht nur von der mentalen Gesundheit seiner Protagonistin und der Magie des Kinos, sondern auch von Rassismus-Erfahrungen, sexueller Ausbeutung im Job und der britischen Gesellschaft unter Margaret Thatcher. Das ist in einzelnen Szenen sehr glaubwürdig und berührend gelungen, bleibt in der Summe aber trotz einer starken Olivia Colman und sehenswerten Bildern von Roger Deakins oft auch ein wenig an der Oberfläche.
Dass Deutschland seine Kolonialgeschichte auf dem afrikanischen Kontinent politisch, aber eben durchaus auch filmisch aufarbeitet, ist überfällig, und allein deswegen ist Lars Kraumes neuer Film wichtig. Auch dass die erschütternde Geschichte über den Genozid an den Herero und Nama aus Täterperspektive und mittels eines nicht zum Helden taugenden Protagonisten erzählt wird, ist die einzig richtige Herangehensweise.
Der Lynchmord an dem 14-jährigen Emmett Till 1955 wurde zu einem einschneidenden Ereignis für die amerikanische Bürger-rechtsbewegung. Regisseurin Chinonye Chukwu erweist ihm mit einer emotional eindrucksvollen Inszenierung und vor allem einer Ausnahmeleistung ihrer Hauptdarstellerin Danielle Deadwyler angemessen Respekt.
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Tipp
Der Totgesagte lebt tatsächlich länger: In »Dexter: Wiedererwachen« geht die Saga um den Serienmörder mit den guten Gründen weiter – mit prominenter Besetzung und vielen vertrauten Gesichtern.
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Krimi mit Westernelementen: »Untamed« versucht, den Reiz des »Yellowstone«-Universums auf Netflix zu rekreieren.
Tipp
Auch in der neuen Staffel von »Poker Face« zieht Natasha Lyonne als menschlicher Lügendetektor durch die Weiten der US-amerikanischen Provinz und löst Mordfälle. Dieses Mal sogar den gewaltsamen Tod einer Wüstenmaus!
Tipp
In »Matlock« spielt Kathy Bates eine Anwältin, die mit Ü70 den erneuten Berufseinstieg wagt und nebenbei eine ganz eigene Agenda verfolgt.
Tipp
Wer auf der Bühne improvisieren kann, macht doch sicher auch als Agent keine schlechte Figur? In »Deep Cover« rekrutiert die Polizei eine Gruppe von Schauspielern, die dann tatsächlich sehr spontan handeln muss.
Thema
Die Karriere von Kerry Condon verlief bisher eher unaufgeregt: Serienrollen, ein eindrucksvoller Part in »The Banshees of Inisherin«, die Stimme von Tony Starks KI »F.R.I.D.A.Y.« in den »Avengers«-Filmen. Jetzt steuert die Irin Brad Pitt durch die Autorennen im Blockbuster »F1«.
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Der britische Thriller »MobLand« stellt eine Londoner Mafiafamilie ins Zentrum, aber in Wahrheit duellieren sich hier die Schauspielstars Pierce Brosnan, Helen Mirren und Tom Hardy.
Tipp
In »Überkompensation« stolpert der überangepasste Collegestudent Benny durch die Turbulenzen des Campuslebens und natürlich immer wieder über die eigenen verdrängten Gefühle.
Meldung
Mit der Serie »Mad Men« gelang ihm 2007 der große Durchbruch. Sieben Staffeln lang spielte Hamm den Werbe- und Lebemann Don Draper, wofür er mit dem Emmy und dem Golden Globe ausgezeichnet wurde. Nach Nebenrollen in Filmen wie »The Town«, »Baby Driver« oder »Top Gun: Maverick« konzentriert sich der 54-Jährige zuletzt wieder mehr auf Serien und trat in »The Morning Show«, »Fargo« und »Landman« als Charakterdarsteller auf. In »Your Friends and Neighbors« spielt er einen Hedgefondsmanager, der beginnt, seine Nachbarn auszurauben.
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Scheitern auf hohem Niveau: In »Your Friends and Neighbors« spielt Jon Hamm zum ersten Mal seit »Mad Men« wieder eine Serienhauptrolle.
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