Patrick Heidmann
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Filmkritiken von Patrick Heidmann
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Eine Monarchie, die der eigenen Vergangenheit genauso tatenlos gegenübersteht wie der Klimakatastrophe. Ein Prinz, der einen neuen Lebensinhalt und eine große Liebe findet. Und tanzende Feuerwehrmänner, die nackt Klassiker der Kunstgeschichte nachstellen. All das verbindet Portugals queerer Ausnahmeregisseur João Pedro Rodrigues zu einer Art SciFi-Musicalkomödie, die ebenso kurz wie kurzweilig, sexy und originell ist.
Größer, bunter und glamouröser fällt der neue Fall von Benoit Blanc alias Daniel Craig (endlich mal wieder mit Spaß bei der Arbeit aus), der Agatha Christie-Hommage-Flair ist ein wenig verschwunden. Ein gut aufgelegtes Ensemble, viel Tempo und allerlei – auch personelle – Überraschungen machen aus Rian Johnsons Krimikomödie aber auch dieses Mal wieder einen cleveren, temporeichen Spaß.
Eine kuriose und auf einigen wahren Begebenheiten basierende Geschichte, die halb Verschwörungs-Politthriller, halb Historienkomödie ist, und ein Ensemble, in dem man vor lauter prominenten Gesichtern gar nicht weiß, wo man zuerst hinschauen soll, erweisen sich in David O. Russells erstem Film seit 2017 als zu viel des Guten. Zu einem überzeugenden Ganzen wollen sich die teils originellen, teils verschenkten Ideen leider nicht zusammenfügen.
Technisch und visuell atemberaubend, wie man das eben von einem Iñárritu-Film erwartet, ist »Bardo, die erfundene Chronik einer Handvoll Wahrheiten« ohne Frage. Doch einzelne eindrucksvolle Sequenzen retten den überlagen, autobiografisch inspirierten Film des Mexikaners nicht, der unter einem unter einem Protagonisten leidet, mit dem man nicht mitfiebert, und insgesamt allzu selbstverliebt daherkommt.
Eine klassische romantische Komödie, verantwortet von Genre-Experten (Produzent Judd Apatow und Regisseur Nicholas Stoller) und von einem großen Hollywood-Studio für den Mainstream produziert – das gab es mit einem schwulen Paar im Zentrum noch nie. Funktioniert aber erfreulich gut, denn die Geschichte von Hauptdarsteller und Drehbuchautor Billy Eichner ist herrlich komisch, aber auch sehr freimütig queer und auch dadurch sehr besonders.
Aus der wahren Geschichte der Kriegerinnen in Westafrika macht Gina Prince-Bythewood einen mitreißenden Historien-Actionfilm, der das Zeug zum Publikumserfolg hat und dank der Leistung von Viola Davis unbedingt preisverdächtig ist.
Der russischstämmige Regisseur Wes Hurley erzählt autobiografisch inspiriert von der Kindheit eines schwulen Jungen in der Sowjetunion der 1980er Jahre und seinem Ankommen samt Coming-out in den USA. Ein origineller Film übers Erwachsenwerden und Anderssein, der nicht perfekt ist, aber das Herz am richtigen Fleck hat.
Ein von Freundschaft und Eifersucht dominiertes Mädelswochenende, an dem so ziemlich alles schiefgeht, was schiefgehen kann. Der Vergleich zu »Brautalarm« ist nicht zu hoch gegriffen: Tempo und Gagdichte stimmen, und Rosalie Thomass bringt als Hauptdarstellerin und Drehbuchautorin genau die Wahrhaftigkeit und weibliche Perspektive mit, die den Film bei aller Albernheit in der richtigen Spur hält.
Die Gags sind eher bescheiden und die Handlung dieser RomCom, in der ein Filmstar (Elyas M'Barek) ins Straucheln gerät und dann im Underground-Theater einer feministischen Künstlerin (Lucie Heinze) neue Lebensperspektiven findet, ist auch nichts Besonderes. Doch wie die Regisseurin und Drehbuchautorin Anika Decker hier im Mainstream-Kontext ganz offensiv Themen verhandelt, die sie gezielt misogynen, queerfeindlichen und rassistischen Weltbildern entgegensetzt, ist in der hiesigen Kinolandschaft bemerkenswert.
Basierend auf einer wahren Geschichte erzählt John Madden in »Die Täuschung« von einem britischen Ablenkungsmanöver im Zweiten Weltkrieg, das die Nazis auf eine falsche Fährte locken sollte. Entstanden ist dabei altmodisches Unterhaltungskino mit einer starken Besetzung, das aber selten so faszinierend ist wie die realen Ereignisse, die hier als Vorlage dienten.
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Aus der Vorbildfunktion der legendären »Golden Girls« macht die neue Sitcom »Mid-Century Modern« kein Geheimnis. An sie heranzukommen, hat diese erste Staffel trotz starker Besetzung noch etwas Mühe.
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Bodenhaftung und kluger Witz zeichnen Himesh Patel aus. Als Schauspieler mit südasiatischer Herkunft hatte er es allerdings nicht immer leicht in der Filmbranche.
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Seth Rogen hat mit »The Studio« zusammen mit Evan Goldberg für AppleTV+ eine Serie kreiert, die sich einmal mehr satirisch mit Hollywood auseinandersetzt. Er konnte dafür derart viele Stars zu Cameos überreden, dass die Serie zum selbstironischen Gagfeuerwerk wird.
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Nach seinem erfolgreichen »Summer of Soul« macht sich Questlove an die nächste Musikdoku: In »Sly Lives! (aka The Burden of Black Genius)« geht es um mehr als nur den Musiker Sly Stone.
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Die Karriere von Colman Domingo hat noch einmal Fahrt aufgenommen: mit großen wie ambitionierten Produktionen, die seine vielseitigen Talente zur Geltung bringen.
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Mit »Apple Cider Vinegar« adaptiert Netflix eine weitere seinerzeit für Schlagzeilen sorgende Geschichte einer Scammerin: Die Australierin Belle Gibson hatte jahrelang behauptet, ihren Gehirntumor selbst geheilt zu haben.
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Das Sundance Festival ist zu groß geworden für Park City. Von den Filmen konnte man das in diesem Jahr nicht sagen: der amerikanische Spielfilm, die fiktionale Sparte, zeigte Schwächesymptome.
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In »The Gorge« spielen Miles Teller und Anya Taylor-Joy zwei Scharfschützen, die an gegenüberliegenden Enden eine Schlucht bewachen – es könnte auch alles eine Metapher sein.
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In »Paradise« muss ein Agent erleben, wie der Präsident, für dessen Sicherheit er zuständig war, umgebracht wird. Aber die Serie spielt einmal nicht da, wo man es erwartet.
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In der Thrillerserie »Prime Finder« verkörpert Leo Woodall ein junges Mathematikgenie, das eine Entdeckung macht, die offenbar für gewisse sehr mächtige Menschen zur Bedrohung werden könnte.




