Claudia Lenssen

Filmkritiken von Claudia Lenssen

Der Schweizer Dokumentarfilm »Segantini – Magie des Lichts« macht mit dem anarchistischen Querkopf und konservativen Kunstrevolutionär Giovanni Segantini bekannt und zeigt, dass hinter seinen monumentalen Alpen-Gemälden mehr steckt als ein touristisches Highlight
Bollywood auf Berlin-Kreuzbergs Dächern und ein Elefant anstelle einer Hochzeitskutsche. Die Regisseurin Neelesha Barthel spielt ein Multi-Kulti-Szenario starker deutsch-indischer Frauen durch und verfängt sich in viel zu viel gutem Willen: »Marry Me!«
»Der Bau«, eine bis dato noch nie verfilmte Erzählung von Franz Kafka, dient Regisseur Jochen Alexander Freydank als Steinbruch für eine allegorische Endzeiterzählung
Der neue Dokumentarfilm von Sung Hyung Cho wendet sich einem leisen, lange vergessenen Drama zu, den Liebesgeschichten zwischen nordkoreanischen Studenten und ihren Freundinnen in der DDR der fünfziger Jahre
Eine junge Deutsche sucht weit weg am russischen Polarmeer ihren Geliebten, der aber muss sein Baby wickeln. Stefan Krohmers Film »Mädchen im Eis« balanciert zwischen Romantic Comedy und Satire auf das heutige Russland
Ein schlauer Kopf findet die Formel zu exakten Vorhersage kommender Finanzkrisen und vermutet darin sogar ein Gesetz der »Geometrie der Zeit«. Marcus Vetters Porträt des amerikanischen Finanzanalysten Martin Armstrong hat alle Zutaten für einen Thriller: Verschwörung, Paranoia, Crash
Der Dokumentarfilm von Helen Simon ist mehr als Fallgeschichte: eine böse Lektion über familiären Kindesmissbrauch und kollektive Verdrängung, aber auch das Porträt einer mutigen Frau, die sich nicht schont
Das Rentnerdasein schlägt Michel auf den Magen, seine Frau hält es mit dem Brummbär kaum aus, da kommt die frisch verwitwete alte Mutter ins Krankenhaus. Ruhender Pol in den ausbrechenden Tumulten ist ausgerechnet ihr Sohn, ein verbummelter Student. Eine französische Komödie über die Liebe, die da ist, auch wenn man voneinander wegläuft
Ein kleines Restaurant am Valentinstag: holzgeschnitzte Stadtneurotiker treffen auf ein perfektionistisches Küchenteam, das leider in hektischer Fernsehmanier vom stereotypen Gefühlstumult seiner Gäste erfasst wird
Aria hat keinen Schutzengel, nur ihre schwarze Katze. Herumgeschubst zwischen den zerstrittenen Eltern, sucht die kluge kleine Außenseiterin Anschluss. Asia Argento erzählt vom grotesken Überleben als Kind der römischen Schickeria