Claudia Lenssen

Filmkritiken von Claudia Lenssen

Eine rebellische Frau stirbt an den Folgen einer Teufelsaustreibung. Christian Mungiu erzählt den authentischen Fall als grandioses Gesellschaftsbild seiner rumänischen Heimat
Paul-Julien Robert forscht der eigenen Kommune-Kindheit nach und reflektiert auf der Reise zu ehemaligen Kommunarden und ihren Kindern, was die Diktatur der Selbstbefreiung mit ihnen angerichtet hat. Der Filmsieht sie nicht nur als bedauernswerte Opfer, eher als beschädigte Familie. Die Wärme dieser Ambivalenz macht ihn sehenswert
David Wnendt zeigt nach »Kriegerin« sein Talent als Frauenregisseur. Seine Adaption von Charlotte Roches umstrittenem Debütroman »Feuchtgebiete« ist eine furiose Coming-of-Age-Komödie
Eine Reise ins bizarre Familienidyll der amerikanischen Evangelikalen-Bewegung
Franziska Buch überhebt sich an einem deutsch-französischen Melodram, das seine Botschaften in Großbuchstaben formuliert
Der letzte Teil von Ulrich Seidls »Paradies«-Trilogie erzählt eine sinistre Coming-of-Age-Geschichte, kann aber an die wuchtige Präzision der beiden Vorgängerfilme nicht anschließen
Nina Grosses Verfilmung des gleichnamigen Romans von Bernhard Schlink stellt die brisante Frage noch einmal, wie sich das Private und Politische wechselseitig bedingen. »Das Wochenende« ist ein spannendes Wechselspiel der brüchigen Stimmungslagen
Geld und Elternliebe – ein brisantes Thema, von Gesa Knoche in eine leider überstrapazierte Geschichte um ostdeutsche Identitäten eingebettet: »Die Besucher«
Fulminante Verfilmung eines literarischen Klassikers aus den frühen sechziger Jahren: Marlen Haushofers Vision vom Überleben einer einzigen Frau nach der apokalyptischen Katastrophe. Eine großartige Martina Gedeck in der einsamen Hauptrolle: »Die Wand«
Rudolf Thome schickt eine Crew zum Guerilla-Filmmaking nach Italien. Das sieht nach einem Low-Budget-Film und verworrenen Drehbuchskizzen aus, doch den Spaß mindern diese Umstände bei »Ins Blaue« wenig