Claudia Lenssen

Filmkritiken von Claudia Lenssen

John Cusack als smarter, sympathischer Verlierer in einer uninspirierten »Casablanca«-Hommage, die in der historischen Kulisse von Shanghai am Vorabend des japanischen Überfalls auf Pearl Harbour angesiedelt ist
Ben Affleck steigt vom Porschefahrer zum Bauhilfsarbeiter ab, Kevin Costner macht als Zimmermann gutes Geld, Tommy Lee Jones sitzt noch längst nicht auf dem Altenteil. John Well’s Film zur Finanzkrise ist ein Appell zum Anpacken
Eine introvertierte Grenzgängerin, die sich selbst in sexuellen Begegnungen mit hässlichen fremden Männern sucht. Sandra Hüller als einsame Tagträumerin in einem surrealen Liebesfilm
Werner Herzog wanderte einst nach Paris, um ein Wunder für seine Mentorin, die kranke Filmhistorikerin Lotte Eisner, zu erzwingen. Nach seinem Vorbild fordert Robert Stadlober in »Der Mann, der über Autos sprang« die magischen Energien des Gehens ein
Er ließ Charles Bronson über Topfflanzen philosophieren und schrieb dem Schwergewichtschampion Mike Tyson gepflegte Nietzsche-Lektüre auf den Leib, bis man ihn als journalistischen Hochstapler enttarnte. Sein ehemaliger Redakteur Miklós Gimes bewundert Tom Kummer, den gefallenen Star brillant erfundener Interviews schamlos
Zwei französische Afrikakorrespondenten entdeckten phantastisch gute Afro-Beat-Musiker unter den von der Kinderlähmung gezeichneten Slumbewohnern von Kinshasa und begleiteten die turbulente Gründung ihrer Band in einem mitreißenden Musikfilm
Namen und Herkunft sind in Michel Leclercs mit Césars prämierter Komödie keineswegs Schall und Rauch. Die multiethnische neue Generation gibt sich als turbulenter Milieuneurotiker, hält aber am Familienideal fest
Rekonstruktion des gescheiterten Erstbesteigungsversuchs der Eigernordwand 1936: Ästhetisch und dramaturgisch an Vorbildern des deutschen Bergfilms angelehnt, ist Stölz eine Art »Titanic« am Berg gelungen, mit mechanischer Dramaturgie und einem konsensorientierten politisch korrekten Geschichtsbild
Ein alter Liebeskummerbrief eröffnet die zweite Chance für ein komfortables Glück im perfekt nostalgischen Toscana-Ambiente. »Briefe an Julia« ist unverschämt kalkuliert, aber nicht ohne Charme
Wer bin ich, und wenn ja, wie komme ich vor Sonnenaufgang wieder zu meiner nervtötenden Rolle als Papa? Im rasanten 3-D-Finale der »Shrek«-Serie erlebt das gutherzige Monster seine Zähmung mit viel parodistischem Witz noch einmal neu