Wieder im Kino: »Prinzessin Mononoke«
© Wild Bunch Germany
Hayao Miyazakis Klassiker, restauriert, in 4K und im Original mit Untertiteln
Ende der Neunziger nahm die Anime-Rezeption international Fahrt auf. Filme wie »Ghost in the Shell« und »Prinzessin Mononoke« müssen Augenöffner gewesen sein: Eine eigene Bildwelt erschloss sich da, Begriffe wie »Pracht« und »Schönheit« drängen sich auf. Zugleich waren beide technisch und thematisch am Puls der Zeit.
Miyazaki gilt als Hardcore-Handwerker, aber »Mononoke Hime« (Dämonenprinzessin) war der erste Animefilm, der klassische Zeichnung mit digitaler Technik fusionierte: Zart umrissene Figuren, ein verfluchter Prinz, ein wildes Wolfsmädchen, seltsam mutierende Tiergeschöpfe, begegnen einander in malerischen, reich texturierten Landschaften.
Wie im westlichen Märchen bildet ein Wald das Zentrum, hier blaugrün pulsierend und bewohnt von einer Gesellschaft hinreißender blasser Mini-Gespenster, die mit den Köpfen wackeln, Klickgeräusche erzeugen und mit großen Augen in die Welt starren. Eine Welt, die bedroht ist. Denn Mononoke ist, typisch Miyazaki, auch so etwas wie ein Ökothriller, der von besinnungsloser Industrialisierung, Ausbeutung und Territorialkriegen handelt. Spannend ist daher, wie in dem recht blutigen, oft beunruhigenden Film das Vertraute und das Fremde, das Gute und das Böse verschränkt sind. Man möchte wissen, ob Klick-Geister eine Verfassung haben.
OmU-Trailer



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