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Eine Entführung, dann fährt eine Schicksalsgemeinschaft mit dem vermeintlichen Peiniger, der sie im Gefängnis gefoltert hat, durch die Stadt. Wie mit ihm umgehen? Für seine zwischen Thriller und absurdem Theater changierende Abrechnung mit dem iranischen Regime erhielt Jafar Panahi in Cannes die Goldene Palme.
Mit einer ambivalenten Hauptfigur, experimenteller Narration und Bildsprache sowie schwarzem Humor rund ums Thema Mutterschaft ist Lynne Ramsay ein hohes Risiko eingegangen, das sich auszahlt. Jennifer Lawrence agiert wie eine Naturgewalt, die den Tradwives dieser Welt mutig den Mittelfinger zeigt und eine der interessantesten Frauenfiguren des Kinojahres darstellt.
Im Neuengland der siebziger Jahre plant ein unbedarfter Familienvater den vermeintlich perfekten Kunstraub und sieht sich mit unangenehmen Konsequenzen konfrontiert. Ebenso stilvolle wie kluge Mischung aus entschleunigtem Krimi und Gesellschaftskritik.
Ein Mutter-Tochter-Urlaub an der spanischen Küste bei Almeria entwickelt sich zum komplizierten Kräftemessen zwischen drei Frauen, die mit ihrem Schicksal hadern., und zwischen drei sehr unterschiedlichen Schauspielerinnen.
Der erste Spielfilm von Dokumentarist Jo­shua Oppenheimer ist eine skurrile Melange aus Endzeit-Kammerspiel und Musical um eine Familie im Luxusbunker. Hoch ambitioniert, aber leider unausgegoren.
Die griechische Regisseurin Athina Rachel Tsangari inszeniert in ihrer Versuchsanordnung eine selbstgenügsame Dorfgemeinschaft, die Opfer der Profitgier anderer wird, als zeitlose Gesellschaftsparabel über die Anfänge des modernen Kapitalismus.
Vom innigen, zunehmend toxischen Verhältnis zweier Teenagerschwestern erzählt die Schauspielerin Ariane Labed in ihrem Regiedebüt als Mischung aus schwarzhumoriger Charakterstudie und klaustrophobischem Schauermärchen. Nicht ganz aus einem Guss, aber ein vielversprechender erster Wurf.
In seiner Adaption des William-S.-­Burroughs-Romans sucht Luca Guadagnino wahrhaftige Emotion im Artifiziellen und findet berührende Bilder für die Einsamkeit und Sehnsüchte seines Protagonisten.
Nach dem Ersten Weltkrieg spielendes dänisches Sozialdrama mit Vic Carmen Sonne und Trine Dyrholm um eine Fabrikarbeiterin, die an eine Serienmörderin gerät. Beeindruckend gespielt und souverän in ausdrucksstarkem Schwarzweiß fotografiert.
Die französische Regisseurin Mati Diop findet in ihrem bei der Berlinale in diesem Jahr mit dem Goldenen Bären ausgezeichneten Essay-Film neue Bilder für den abstrakten Begriff der Restitution. Sie sprengt dabei nicht nur die dokumentarische Form, sondern auch eurozentrische Sehgewohnheiten, um den immensen Verlust von Geschichte, Identität und kulturellem Erbe in Benin nachvollziehbar zu machen.