Hélène Louvart
Kammeramann/frau von:
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Ein fiktives Drama über den Arabischen Aufstand gegen die britischen Mandatsträger, das auf klare Fronten und einfache Bilder setzt. Die jüdische Perspektive wird komplett ausgeblendet. Annemarie Jacirs Film geht es mehr um Wirkung als um differenzierte Erkenntnis.
An der moralischen Verderbtheit der dysfunktionalen Familie im Zentrum des Films besteht kein Zweifel - Regisseur Karim Aïnouz möchte die Keimzelle der Gesellschaft ebenso vorführen wie menschliche Triebhaftigkeit und Geldgier. Im Rachen bleibt allerdings der gallige Nachgeschmack einer dekadenten Party. Denn Aïnouz ignoriert dabei die Liebe zu seinen Figuren.
Eine unbekümmerte Teenagerin und angehende Filmstudentin stößt in Galizien auf ein Familiengeheimnis. Mit realistischen Familienszenen, autobiographischen Verweisen und purer Kinomagie beweist Simón ihren Status als eine der interessantesten neuen europäischen Autorenfilmerinnen.
Mit seiner Adaption des US-Bestsellers von Azar Nafisi macht der israelische Regisseur Eran Riklis den Ausschluss der Frauen aus dem öffentlichen Leben nach der iranischen Revolution nachvollziehbar.
In authentischen Bildern von rauen Landschaften erzählt »Der Salzpfad«, basierend auf dem internationalen Bestseller, die Geschichte der notwendigen Wanderung eines Ehepaars in prekären Umständen (beachtlich: Jason Isaacs und Gillian Anderson). Selten war der Weg so sehr das Ziel wie hier.
Eine Dreiecksgeschichte in der Hitze Brasiliens, die kriminelle und sexuelle Energien zum tropischen Neo-Noir kurzschließt. Mit knalliger Ästhetik zelebriert Karim Aïnouz ein verschwitztes, dabei erfrischend amoralisches Kino der Körper.
Im ländlichen Italien der 1980er sowie irgendwo zwischen Märchen und Realität angesiedelte Ballade von einem Grabräuber mit gebrochenem Herzen, doch einer besonderen Gabe zum Aufspüren etruskischer Gräber. Ohne Kitsch, stattdessen voller Eigensinn und schräger Poesie, erzählt Alice Rohrwacher eine vieldeutige Geschichte von Liebe und Loslassen.
Um eine ungewollte Schwangerschaft ohne elterliche Zustimmung beenden zu können, reisen zwei Teenagermädchen aus dem ländlichen Pennsylvania nach New York. Mit unaufgeregter Genauigkeit und leiser Intensität entfaltet Eliza Hittman ein Abtreibungsdrama, das zugleich Road Movie, Coming of Age-Geschichte, #metoo-Drama und vor allem die Geschichte einer innigen Solidargemeinschaft unter Frauen ist
Der Film folgt als »tropisches Melodrama« dem Schicksal zweier Schwestern im Rio de Janeiro der 50er Jahre. Dank gekonnter Inszenierung und exzellenter Hauptdarstellerinnen entsteht ein nahezu perfekter Genreeintrag, der eine überzeugende Balance zwischen Drastik und Ambivalenz findet: »Die Sehnsucht der Schwestern Gusmão«
Der plötzliche Tod ihrer Schwester bewirkt bei Marcela eine tiefgreifende Irritation. Undramatisch erzählend, auf atmosphärische Bilder setzend, gelingt Maria Alché in ihrem Regiedebüt die faszinierend stilsichere Erkundung eines Schwebezustands
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Kosmopolitin des Lichts : Die Kamerafrau Hélène Louvart gehört zu den ganz Großen ihres Fachs. In diesem Frühjahr scheint sie überall zu sein...
Tipp
Maggie Gyllenhaal adaptiert in ihrem Regiedebüt den Elena-Ferrante-Roman »Frau im Dunkeln«. Olivia Colman spielt die geschiedene Professorin, die sich im Urlaub mit ihren Fehlschlägen als Mutter konfrontiert sieht.



