Gerhard Midding

Ein Vorzug des öffentlichen Nahverkehrs, der gemeinhin viel zu gering geschätzt wird, sind die Wartezeiten. Bei gewissen Berliner Buslinien (ich denke da besonders an die M46) muss man sich auf auf gehörige einstellen, da ihre Verspätung zwar chronisch, aber nicht berechenbar ist. Diese Zeit will nicht vergeudet sein. So wird man, sofern keine Lektüre zur Hand ist, im Stehen zum Flaneur.

Das große Museum

Dokumentarfilm, der mit liebevoller Anteilnahme die restauratorische Arbeit im Wiener Kunsthistorischen Museum zeigt und mit den ökonomischen Zwängen kontrastiert, die sich immer mehr durchsetzen

Coming In

Als Komödie fügt sich der neue Film von Marco Kreuzpaintner ins Einerlei vergleichbarer deutscher Mainstream-Produktionen, mit seiner schieren Menge an schwulen Figuren allerdings gelingt es ihm allen Schwächen zum Trotz, eine begrüßenswerte Sonderrolle einzunehmen

Ein Geschenk der Götter

Eine frisch gekündigte Stadttheaterschauspielerin übt in einem Arbeitsamtkurs mit Langzeitarbeitslosen Sophokles ein. Die Sozialkomödie »Ein Geschenk der Götter« besticht durch ihre stilsichere, unprätentiöse Machart

Dieses schöne Scheissleben

Doris Dörrie widmet sich in ihrem Dokumentarfilm den weiblichen Mariachis, die sich in einer Männerwelt, durchdrungen von Machismo, Alkohol und Selbstüberschätzung, behaupten müssen

Anderson

Dem einstigen Stasispitzel Sascha Anderson so viel Platz einräumen? Annekatrin Hendels Dokumentarfilm führt fesselnd ein ganzes Geflecht von Beziehungen vor Augen, die der Verrat geprägt hat

20 000 Days on Earth

Ein Musikfilm, wie er nur von Nick Cave stammen kann: voll Cave-Poesie, bei der sich die Bilder dem Diktat der Worte fügen

Warum zerfallen Familien?

Uberto Pasolini im Gespräch mit Frank Arnold über seinen Film "Mr. May und das Flüstern der Ewigkeit"

Get on Up

Wer in den 70er Jahren in einer Disco war, hat sich irgendwann rhythmisch zu James Brown bewegt. In diesem Biopic zeigen ihn Hauptdarsteller Chadwick Boseman (»42«) und Regisseur Tate Taylor (»The Help«) als einen Mann, der ständig in Bewegung ist und allen Versuchen der Psychologisierung trotzt

Sieben verdammt lange Tage

Auch die geballte Macht einer selten hochkarätigen Besetzung – Jane Fonda, Jason Bateman, Tina Fey, Corey Stoll, Timothy Olyphant, Adam Driver, um nur einige zu nennen – kann diese flache Verfilmung eines bereits nicht sehr tiefsinnigen Romans über den Tod eines Familienpatriarchen retten

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