The Cut

Fatih Akin malt den Völkermord an den Armeniern mit der Ambition auf großes Epos, was ihm nur bedingt gelingt. Trotzdem berührt »The Cut«, der erfreulicherweise auf jede Art Stereotypisierung seiner muslimischen oder christlichen Figuren verzichtet
Gerhard Midding

Ausstellungen verändern sich, wenn sie auf Reisen gehen. Sie müssen sich auf unterschiedliche Räumlichkeiten und Mentalitäten einrichten. Mitunter sammeln sie unterwegs Erfahrungen, lernen hinzu. Aber im Gegensatz zu menschlichen Reisenden bleibt ihnen am neuen Ort keine Zeit, um sich zu akklimatisieren.

Schoßgebete

Bei »Feuchtgebiete« hat es halbwegs geklappt. Das zweite literarische Selfie von Charlotte Roche wirkt im Kino aber nur noch pene­trant, denn Sönke Wortmann bekommt den depressiven Redestrom der Erzählerin nicht in den Griff

Gone Girl – Das perfekte Opfer

Raffinierter, perfekt inszenierter, hochinteressant verschachtelter Thriller von David Fincher, in dem Ben Affleck unter Verdacht gerät, seine verschwundene Frau (Rosamund Pike) selbst entführt zu haben

Who Am I – Kein System ist sicher

Tom Schilling steigt als Berliner Computernerd zum Hackerkönig auf – und verstrickt sich in eine raffinierte, rasant inszenierte Thrillerstory um Überwachung und Cybercrime. Tolles deutsches Genrekino!

TV-Tipp: »Essential Killing«

am Mo 15.9., 21:50 Uhr, arte - Ein erfrischend geradliniger Thriller, der einen Taliban auf der Flucht durch osteuropäische Wälder zeigt. In dem bemerkenswerten Ein-Mann-Film, der fast ohne Dialoge auskommt und sich so jedes politischen Kommentars enthält, wird deutlich, wie kräftezehrend das Überleben ist: Andere Menschen sind entweder Feinde oder Nahrungsbeschaffer. Vincent Gallo spielt die Hauptrolle und bekam dafür in Venedig 2010 den Preis als bester Schauspieler
Gerhard Midding

Wer mit dem bundesdeutschen Fernsehen der 70er Jahre aufwuchs, blickte oft auf ein Vexierbild, in dem unterschiedliche Epochen changierten. Man konnte zuschauen, wie einige Schauspieler, deren Filme aus den 60ern und früher ständig liefen, in eine neue Rolle als Moderatoren oder Entertainer hineinwuchsen: Joachim Fuchsberger, Hellmut Lange oder auch Dietmar Schönherr. So war mein Blick auf Fuchsberger immer zwiegespalten. Einerseits verfolgte ich, wie er der TV-Unterhaltung ein zusehends staatsmännisches Flair verlieh.

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