Kritik zu The Housemaid – Wenn sie wüsste
Amanda Seyfried und Sydney Sweeney präsentieren in der Bestsellerverfilmung ein überzeichnetes Spiel um Macht, Intrigen und Geheimnisse
Familie Winchester lebt das Klischee: McMansion auf Long Island, New York, SUV für die blondierte Dame des Hauses, schnittiger Flitzer für den modebewussten Herrn, Ballettstunden für die untalentierte Tochter; Medienzimmer im Untergeschoss, Riesenkühlschrank, Riesenkleiderschrank, Riesenmenge an Zeug, Gärtner. Das gute Leben mit allem Pipapo. Jedenfalls nach außen. Aber um die Außenwirkung geht es mittlerweile ja allerorten und jederzeit. Deswegen muss nun auch eine Haushaltshilfe her, die Mrs. Winchester zur Hand geht, denn die behauptet, schwanger zu sein, und kann nicht mehr so, wie ihr Angetrauter das gewohnt ist. Mr. Winchester hat es nämlich gern ordentlich. Um nicht zu sagen: akkurat penibelst aufgeräumt, quasi keimfrei. Denn mit irgendetwas muss die Trophy Wife ja beschäftigt werden. Und wenn es nur das Nachfärben des Haaransatzes der Langhaarmähne ist. Wehe, da zeigt sich nur ein Spürchen der ursprünglichen Farbe, dann ist nicht nur der Haushaltsvorstand missgestimmt, dann lästern auch die Nachbarinnen, ach was, sie zerreißen sich das Maul. Während die Hausherrin, die keine Herrin ist, nur grad mal nach nebenan gegangen ist, um Nachschub zu holen, und das Hausmädchen, das kein Mädchen ist, den Rest des Weißweins ausschenkt. Verlogene Zicken wie sie im Buche stehen, allesamt!
»The Housemaid – Wenn sie wüsste« von Paul Feig ist die Adaption des 2022 erschienenen und dank BookTok zum Bestseller avancierten gleichnamigen Kolportageromans der US-Amerikanerin Freida McFadden, der den Auftakt einer bislang drei Teile umfassenden Buchreihe bildet. Es ist demnach davon auszugehen, dass ein nicht zu geringer Teil jener, die diesen Film sehen wollen, das Buch kennt und daher sowieso weiß, wie der Hase läuft, beziehungsweise vertraut ist mit den Haken, die die Handlung schlägt. Da es zahlreiche Haken sind, wird sich die Rezeption der Eingeweihten von jener der Ahnungslosen gewaltig unterscheiden.
Diesen Ahnungslosen nun aber den Spaß an der Achterbahnfahrt zu verderben, die der Handlungsverlauf bereithält, verbietet sich von selbst. Also fällt einmal mehr der Rezensentin die undankbare Aufgabe zu, sich zwischen unterschiedlichen Arten des Verrats zu entscheiden: Zu viel? Zu wenig? Was? Und wie?
Der stark spoileranfällige Film ist im Übrigen nicht zu verwechseln mit dem koreanischen Meisterstück »Das Hausmädchen« (»Hanyo«, Im Sang-soo, 2010), das wiederum ein Remake von Kim Ki-youngs gleichnamigem Klassiker aus dem Jahr 1960 ist. Exemplarische Geschichten, in denen Klassenunterschiede, Geschlechterdifferenz, Ehebruch, sexuelle Manipulation und Kritik an patriarchalen Machtstrukturen thematisch bedeutsam sind, werden allerdings hier wie dort erzählt. Mit dem Unterschied, dass im Falle von »The Housemaid« allzu rasch allzu deutlich wird, dass es sich dabei weder um ein Charakterstück noch um ein Beziehungsdrama handelt. Vielmehr bietet das Pappkameradenhafte der Figurenzeichnung ein geradezu satirisches Potenzial, gegen das selbst das ernsthafteste Schauspiel im Grunde keine Chance hat. Nicht, dass sie es nicht versuchen würden: Amanda Seyfried, die als »die hysterische Hausfrau« erratisches Verhalten an den Tag legt, das Richtung Wahnwitz strebt; Sydney Sweeney, die als »das verführerische Hausmädchen« ihre optischen Reize ins Bild zu setzen weiß; Brandon Sklenar, der eines dieser Mannsbilder verkörpert, für die das Wort »hunk« einst erfunden wurde, eine Mischung aus Adonis und Muskelprotz. Dementsprechend schwül geht es zu, bevor es hitzig wird, dann heftig – und schließlich blutig. Zu trauen ist ohnehin keinem und keiner der Beteiligten, selbst die kleine Ballerina scheint Finsteres im Schilde zu führen. Mit viel Engagement auf allen Seiten wird also das Schundromanhafte der Vorlage umgesetzt und ergibt ein Guilty Pleasure, das mit seinem Zuviel auf allen Ebenen gut in die konsumorientierte Jahreszeit passt. Ernüchterung und Kater inklusive.




Kommentare
Den film
Es dauert lange bis es los geht außer küssen und Sex dauert es lange bis was passiert bis zu Horror kommt es schön das man denkt das Puppenhaus und die Puppen Wehre der Horror oder den Hotel aber das bis sich wehren und Blut ist viele zu lange und hatte ein gegropt des ände mit der Haushälterin
Notwendigkeit
Ich bin mir nicht sicher, ob ihr den Film überhaupt verstanden habt. Und ob das Publikum einen klassischen Slasher Horrorfilm, mit kontinuierlichen selben Mustern erwartet hatte (oder mit sich plötzlich bewegenden Puppen im Spielzimmer der Tochter, Grüße an Christofer Graf, dem weiteren Inhalt des Kommentars werde ich mich enthalten) , oder doch die Frau als den Antagonisten gehalten hatte. Deshalb hatte ich das Gefühl, der Mehrheit ist der eigentliche Kern der Geschichte entgangen. Viele weibliche Zuschauer berichteten, sie dachten anfangs auch, die Hausherrin sei die Verrückte, genau so wie alle anderen Nebenfiguren der Handlung und ich finde das genau ist der Punkt. Es gibt unzählige unterdrückte Frauen in Haushalten, ähnlich wie diese Fiktive, welche sich lieber als verrückt darstellen lassen, als von Gefahr des Mannes bedroht zu werden. Diese Handlung wirkt der immer noch patriarchalischen Welt, Rollenbilder, Gesellschaft und dementsprechend langen verankerten Ideologie entgegen und wir, nicht nur Frauen, sollten dieser Handlung danken. Wir sollten uns bedanken für die auf der Leinwand dargestellte Rebellion gegen Männer (es gibt auch herzensgute Männer, man wirft nicht alle in einen Topf), welche liebende Frauen missbrauchen, ihren Geist und Seele beanspruchen und “verkaufen” zum eigenen Zweck. Des Weiteren wird Sydney Sweeney (das Hausmädchen) für männliche Fans beinahe entmenschlicht, durchgehend sexualisiert und gesehen als “konventionelles Frauenbild”, wobei sie sich der Politik öffentlich enthält und einfach nur ihren “Job” macht als Model und Schauspielerin, was genau so Respekt verdient wie jede andere Beschäftigung. Diese Fantasie der unterwürfigen Frau ist einzig und allein durch ihre männlichen Zuschauern entstanden, vor allem nach ihrer Rolle der unterwürfigen “Cassie” aus der Serie Euphoria. Viele Zuschauer unterscheiden fiktive Rolle nicht von der/dem Schauspieler/in und das ist das größte Problem. Ihr seht eine hübsche Frau im Fernsehen und trennt eure Vorstellungen plötzlich nicht mehr von der Realität. Dass sie das kluge Hausmädchen (mit meiner Meinung nach gutem Erfolg) auf die Leinwand gebracht hat, sollte als Statement gesehen werden. Als Statement gegen männliche Fantasie, gegen “Objektivizierung”, und vor allem gegen männliche Unterdrückung.
Vielen Dank, ich hoffe ich habe alles erwähnt und nochmals, die Aussagen gehen natürlich nicht an alle Männer. Die, an die es gerichtet war, werden es merken. :)
ein Film gegen jede Vernunft
Ich habe den Film nach 30 Minuten abgeschaltet. Es war meiner Frau und mir nicht möglich die Verhaltensweise des Hausmädchens nachzuvollziehen. Sie wird schon nach einem Tag verbal attackiert und Absichtlich als Lügnerin dargestellt und bleibt trozdem im Haus. Jeder vernünftige Mensch wäre bereits nach 2 Tagen ausgezogen. Jetzt kommt ein Spoiler (Das Hausmädchen ist auf Bewährung und darf sich nichts zu schulden kommen lassen, braucht auch eine feste Adresse. davon weiß aber das Paar nichts).
Gerade aus diesen Grunde (Bewährung) wäre jeder vernünftige Schritt das Haus direkt zu verlassen. Man stelle sich vor die Hausbesitzer bekommen davon Wind und dann sitzt man aber sowas in der Patsche ("Sie hat mich bedroht!")...ich gehe davon aus, dass das im Film auch passiert. Abgewartet bis es soweit kommt, haben wir nicht.
Der Film ist von der menschlichen Logik nicht nachvollziehbar und unglaublich anstrengend. Wieder ein Spoiler: Wenn ich schon von der Frau direkt erklärt bekomme ich solle mich vom Ehemann (der übrigens immer so aussieht als wolle er das Hausmädchen sofort vernaschen) fernhalten, dann setzt ich mich nicht 1 Tag später mit ihm alleine in die Küche und bespreche seine Eheprobleme.....da haben wir dann abgeschaltet. Einfach nur anstrengend.......
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