Katja Riemann

Als Schauspieler/in:

Die Hommage des Enfant Terrible Oskar Roehler an das Enfant Terrible Rainer Werner Fassbinder trifft mit stilisierter Ästhetik genau den richtigen Ton. Neben grellen Anekdoten zeigt sie auch eine leise, verletzliche Seite des Künstlers – der von Oliver Masucci ganz hervorragend gespielt wird
Interessantes Kinodebüt über einen jungen Mann, der sich in seinem Zimmer einschließt und so der Welt zu entrinnen versucht. Eine weitere, ebenso überzeugende Variante des japanischen Hikikomori-Phänomens, das Jugendliche bezeichnet, die sich aus Gründen von Stress und Überforderung von der Gesellschaft zurückziehen: »Goliath96«
Einen grausamen ökonomischen und seelischen Sadomasochismus konstatiert Oskar Roehler in einem rheinländischen Villen-Vorort, wo eine schreckliche deutsche Bourgeoisie, dubiose Immigranten und ausgebeutete Schwarzarbeiter aufeinandertreffen. Roehler gelingt mit »HERRliche Zeiten« so etwas wie Satire-Noir
Der erste englischsprachige Film von Margarethe von Trotta will eine Screwballkomödie über zwei verlassene Frauen in einem New Yorker Loft sein und ist doch nur ein umständlich konstruierter Zickenkrieg: »Forget about Nick«
Längst nicht mehr so lustig wie noch beim ersten Mal, sind es das spielfreudige Ensemble und ein paar gelungene Sprüche, die einen ansonsten völlig lieblos zusammengeschusterten »Fack Ju Göhte 3« gerade noch erträglich machen
Die als Schauspielerin geschätzte Karoline Herfurth führt zum ersten Mal Regie und verheddert sich mit »SMS für dich« bedauerlicherweise in den bewährten wie öden Spielregeln des Romantic-Comedy-Genres
Mitten hinein in den Strudel der Gefühle: Vital und quirlig, depressiv und lebenslustig, liebenswert und romantisch stürzt sich Laura Lackmann zusammen mit ihrer hinreißenden Darstellerin Claudia Eisinger in die Verfilmung von Sarah Kuttners gleichnamigem Romandebüt »Mängelexemplar«
David Wnendt hat den Bestsellerroman von Timur Vermes um einen originellen Kniff bereichert: Sein Film fängt auch die Reaktionen auf den »Führer« ein, der sich 2014 durch Deutschland bewegt
In dem überaus komischen Nachschlag des Kinohits von 2013 setzt Regisseur Bora Dagtekin wieder auf bewährte Rezepte und serviert eine Handlung, die von eigenen wie fremden Filmen inspiriert ist
Die Schatten der Vergangenheit sind auch in diesem Film das Thema von Margarethe von Trotta. Eine junge Frau sucht nach dem Tod der Mutter nach deren Doppelgängerin und findet dabei überraschend eine Schwester. Ein ruhiger Film über ein beunruhigendes Gefühl

Stimme bei:

Die Arche rettet alle Tiere vor der großen Flut – alle? Nein, einige dürfen nicht mit. Warum, das erfahren wir am Ende der spannend und unterhaltsam erzählten Geschichte

In der Dokumentation:

Das filmische Porträt »Wer hat Angst vor Sibylle Berg?« von Sigrun Köhler und Wiltrud Baier zeigt Facetten einer komplexen Persönlichkeit und unorthodoxen Autorin, unterhaltsam inszeniert mit saloppem, improvisiert anmutendem Ton