Burning Days (2022)

Ein junger Staatsanwalt aus einer Großstadt scheitert in einer entlegenen anatolischen Kleinstadt an knochenharten korrupten Strukturen und ein wenig auch an seiner eigenen Selbstüberschätzung. Ein weiteres herausragendes Werk des herausragenden türkischen Filmemachers Alper, analytisch, spannend, unheimlich und brandaktuell.

Netflix: »Hostage«

Eine ambitionierte britische Premierministerin muss sich in »Hostage« mit der französischen Präsidentin zusammenraufen, als ihr Mann entführt wird.

Film des Monats September: »Die Möllner Briefe«

Der mehrfach preisgekrönte Dokumentarfilm von Martina Priessner kreist um ein historisches Ereignis – könnte aber nicht aktueller sein. Inzwischen sitzt eine Partei im Bundestag, die als rechtsextremistischer Verdachtsfall eingestuft ist; die Zahl rassistisch motivierter Gewalttaten ist zuletzt, ausgehend von einem kontinuierlich hohen Niveau, wieder gestiegen.

Wenn der Herbst naht

In diesem Ozon-Film entfaltet sich rund um eine verkorkste Mutter-Tochter-Beziehung ein Familiendrama plus Mystery, das trotz einer hervorragenden Hauptdarstellerin nicht ganz überzeugen kann.

Viet und Nam

Ein Männerpaar in Nordvietnam, beide leben vom Bergbau, aber einer will weg. Minh Quy Truong erzählt in seinem hypnotischen Geisterfilm von individuellen und kollektiven Traumata in einem zerrissenen Land.

U Are the Universe

Minimalistische, aber hochgradig bewegende Sci-Fi-Romanze aus der Ukraine: Ein Mann und eine Frau, die Letzten ihrer Art, weit voneinander entfernt im All; und doch werden sie zueinander hingezogen.

Der Tiger

Zum dritten Mal beschäftigt sich Dennis Gansel mit Verführung und Verantwortung, Schuld und Gewissen im Zweiten Weltkrieg. Mit fünf Soldaten im Tigerpanzer ringt auch der Zuschauer in Alptraumlandschaften des Krieges und posttraumatischen Horrorvisionen um Orientierung.

Die treibende Kraft

Tausende Kunst- und Kulturschaffende leben bei uns in prekären Verhältnissen. Der Dokumentarfilm porträtiert die auch politisch engagierte Angelika Nain, die trotz ausbleibenden kommerziellen Erfolgs in ihrer künstlerischen Tätigkeit Erfüllung findet.

Das tiefste Blau

Eine 77-jährige will im Brasilien der nahen Zukunft nicht in die Altenkolonie abgeschoben werden und holt sich mit sympathischer Sturheit die Kontrolle über ihr Leben zurück. Gabriel Mascaro inszeniert eine heiter-gelassene Gesellschaftsdystopie als poetisch-lakonischen Bootstrip durch das Amazonasgebiet.

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