»Noch war es Nacht« (2024)

»Noch war es Nacht« (2024). © Busch Media

»Noch war es Nacht« (2024). © Busch Media

Eine Frau ermordet ihren gewalttätigen Ex-Mann in Notwehr. Doch ist alles so, wie es scheint?

Der Mord, um den es hier geht, geschieht zwar rund um Mitternacht, das Dunkel, auf das der Untertitel A Dark Story anspielt, bezieht sich jedoch nicht auf die Tatzeit, sondern auf die Ungewissheit, die sie umgibt. Und das, obwohl die Täterin schnell gefunden ist. Carla (Laetitia Casta) ist dazu noch geständig: Ja, sie hat ihren Ex-Mann Vito (Giordano De Plano) umgebracht.

Die näheren Umstände erzählt der Film in Rückblenden, während der Prozess gegen Carla schon läuft. Die dreifache Mutter war noch nicht lange geschieden. Ihr ältester Sohn Nicola (Andrea Carpenzano) ist bereits 20 und lebt wie seine nächstjüngere Schwester Rosa (Lea Gavino) schon nicht mehr zu Hause. Einzig die achtjährige Mara (Carola Orlandani) ist bei ihr geblieben. Zu ihrer Geburtstagsfeier hatte sich die Kleine den Vater herbeigewünscht. Obwohl Nicola über dessen Kommen alles andere als erfreut war, ist erst mal alles friedlich verlaufen. Doch nachdem bis auf Mara wieder alle gegangen waren, kam Vito zurück und bedrohte Clara. Aus Notwehr habe sie ihn mit dem Küchenmesser erstochen – und im Tiber deponiert.

Der Staatsanwältin Alaimo (Cristiana Dell’Anna) ist an der Geschichte so einiges nicht geheuer. Obwohl Carla mit dem Vorwurf, ihr Mann habe sie während der Ehe zwanzig Jahre lang bedroht und geschlagen, auf Notwehr plädiert, erhebt Alaimo Anklage. Sie denkt, dass Carla den Mord an ihrem Ex-Mann sorgfältig vorbereitet und geplant hat. Er habe sie nicht gehen lassen wollen, erst recht nicht, seit sie einen neuen Mann und Liebhaber gefunden habe.

Der Film von Leonardo D’Agostini, der hier einen Roman von Antonella Lattanzi aus dem Jahr 2017 adaptiert, erzählt gemächlich und doch sehr effektiv. Zuerst gesteht man Carla als jahrelangem Opfer von häuslicher Gewalt reflexhaft das Recht zu, zum Messer gegriffen zu haben. Aber je mehr die Erzählung ins Dunkel des Hergangs und der Motive vordringt, desto schwärzer erscheinen tatsächlich Carlas Absichten. Es ist spannend, das Thema häusliche Gewalt einmal in dieser Form als Gerichtsthriller aufgearbeitet zu finden.


Noch war es Nacht IT 2024 R: Leonardo D'Agostini. Da: Laetitia Casta, Andrea Carpenzano, Christiana Dell'Anna. Anbieter: Busch Media.

VÖ: 16. April 2026

Bestellmöglichkeit (DVD/Blu-ray)

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