Unsere "steile These" des Monats Februar
Gerhard Midding

Erinnern Sie sich noch an die Aufregung, die vor rund zehn Jahren die Fotokampagne von Annie Leibovitz für eine bekannte Kosmetikmarke auslöste? Die Bilder waren digital nachbearbeitet worden, was normalerweise kein Grund für übermäßige Empörung ist. Allerdings rühmte sich diese Firma, mit ostentativ natürlich wirkenden Models für ihre Produkte zu werben. Sie wirkten temperamentvoll und hatten erfreuliche Rundungen. Sie schienen sich wohl zu fühlen in ihrer Haut.

Maze Runner – Die Auserwählten in der Todeszone

Inhaltlich kaum mehr als ein Potpourri von Genre-Versatzstücken, punktet das Finale der Jugendserie »Maze Runner«​ aber mit ebenso einfallsreichen wie mätzchenfreien Actionszenen

The Woman Who Left

In seinem in Venedig 2016 mit dem Goldenen Löwen ausgezeichneten Film »The Woman Who Left« dekonstruiert der philippinische Regisseur Lav Diaz eine klassische Rachegeschichte zu einer eindrucksvollen, subtil vielschichtigen Sozialstudie in der Nachfolge des großen Lino Brocka

Wind River

»Wind River« ist ein packend inszenierter, gut gespielter und hervorragend fotografierter Schneewestern, dessen Frauenfiguren altbacken wirken

Die Verlegerin

Katharine Graham war eine der legendären Medienpersönlichkeiten der USA. In seinem neuen Film erzählt Steven Spielberg von jenen Umbruchstagen im Jahr 1971, als sich in der kultivierten, freundlichen Frau an der Spitze der »Washington Post« die »eiserne Lady des US-Journalismus« offenbarte. »Die Verlegerin« ist ein Appell für Meinungs- und Pressefreiheit und vereint erstmals drei Hollywoodlegenden in der ­Zusammenarbeit: den Regisseur selbst, ­Meryl Streep in der Titelrolle und Tom Hanks als Chefredakteur Ben Bradlee. Unlängst schrieb die »Washington Post« diesbezüglich »Icons playing icons«

Playing God

Der Filmemacherin Karin Jurschick (»Danach hätte es schön sein können«) gelingt es in ihrem Dokumentarfilm »Playing God« vortrefflich, das eher trockene Sujet staatlicher Entschädigungszahlungen mit einer klugen kommentarlosen Montage zu einer erhellenden und mitreißenden Reise in die Abgründe institutioneller Vernunft zu nutzen

Licht

Vielschichtiges, hervorragend gespieltes und inszeniertes Drama um die blinde Pianistin Maria ­Theresia Paradis ­(Maria Dragus) und ihre Begegnung mit dem »Magnetiseur« Franz Anton Mesmer ­(Devid Striesow): »Licht«

Das Leben ist ein Fest

Der Ablauf einer glamourösen Hochzeitsfeier, geschildert aus der Sicht der Angestellten und des Chefs eines Caterer-Betriebs, wird in der vielstimmigen Komödie »Das Leben ist ein Fest« zur Metapher auf die Unwägbarkeiten des Lebens. Leider erweist sich der Wortwitz als unübersetzbar

Königin von Niendorf

Ein sehr persönlicher Film von Joya Thome mit einer Heldin, die sich durch nichts aus der Ruhe bringen lässt, weil sie neugierig und unbeirrt ihren Weg geht. Das beeindruckt auch die Jungs, die Lea wegen ihres Mutes in ihre Bande aufnehmen und als gleichwertiges Mitglied akzeptieren: »Königin von Niendorf«

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