Max Ophüls Festival in Saarbrücken

Das traditionsreiche Max Ophüls Festival in Saarbrücken stellte erneut mit einem ambitionerten und heterogenen Programm die ­Bandbreite des deutschsprachigen Nachwuchsfilms vor
Harald Mühlbeyer

Wieder eine Erstaufführung eines restaurierten Stummfilmes; Materiallage hervorragend, tolles Bild; und schön neu viragiert, unaufdringlich – anders als »Opium« –, sehr fein und stimmig. »Abwege« von Georg Wilhelm Pabst, ein »kleiner« Film von 1928. Kein großes Melodram, kein großes Drama, einfach eine Geschichte einer Ehe. Eine Geschichte von Vernachlässigung und von Männern, die sich wegducken.

Ulrich Sonnenschein

Kein Fim der diesjährigen Berlinale, und kaum einer überhaupt, hat so zwiespältige Reaktionen hervorgerufen, wie Eric Poppes Drama »Utøya 22. juli«. Darin bildet der norwegische Regisseur die Anschläge ab, die der rechtsextreme Terrorist Anders Breivik 2011 an Jugendlichen eines Camps der Arbeiterpartei verübte. Utoya ist eine kleine Insel in dem fünftgrößten Binnensee Norwegens und klingt vielleicht nur zufällig nach Utopie, nach einem anderen Leben.

Harald Mühlbeyer

Ein Kriegsfilm, der (fast) keinen Kampf zeigt. »Die andere Seite« will, laut Vorspann, nicht die Stimmung des Kriege, nicht die Romantik des Kämpfens zeigen, sondern Menschen, die sich aufrechterhalten wollen. Wir marschieren mit der Kompanie in die Gräben; für sechs Tage sollen die Soldaten ausharren. Eine Großoffensive des Feindes soll es geben. Man wartet. Raucht. Trinkt. Verdrängt. »Es gibt Grenzen dessen, was ein Mann aushalten kann!«, ruft der Hauptmann, er ist ein alter Kämpe, seit drei Jahren an der Front. Nerven zerrüttet, starker Trinker.

Harald Mühlbeyer

»Opium«: Zunächst einmal ein handelsüblicher Stummfilm mit melodramatischer Kolportagehandlung. Seifenoper pur, dargestellt in unglaublich expressiver Spielweise, die heute so leicht unfreiwillig komisch wirkt.

Film des Monats März »Lucky«

Lucky ist 90 Jahre alt, lebt in einem Wüstenkaff in Arizona und muss eines Tages feststellen, dass sein Körper ihm nicht mehr gehorcht – was allerdings kein Grund ist, seine tägliche Routine grundlegend zu ändern. Das Regiedebüt des Schauspielers John Carroll Lynch ist eine Liebeserklärung an Harry Dean Stanton, der im Herbst 2017 im Alter von 91 Jahren verstarb
Unsere "steile These" des Monats März

"Was tut sich?" mit Lars Kraume

am Mi., 21.03. in Frankfurt am Main – epd-Film-Autor Ulrich Sonnenschein spricht mit Lars Kraume über seinen Film »Das schweigende Klassenzimmer«

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