Gerhard Midding

Felix van Groeningen verfügt über eine Gabe, die eigentlich jeder Filmemacher besitzen sollte. Aber nur wenige besitzen sie im gleichen Maße wie er. Er hat ein besonderes Talent, Stoffe zu finden, die perfekt zu ihm passen. Er scheint das Finden so gut zu beherrschen, dass er manchmal gar nicht suchen muss. Dann kommt der Stoff zu ihm, wie er in dem aufschlussreichen Interview berichtet, das Thomas Abeltshauser für das aktuelle Heft mit ihm geführt hat.

Belle & Sebastian – Ein Sommer voller Abenteuer

Der neue »Belle & Sebastian«-Film ist keine Fortsetzung der Filmtrilogie aus den zehner Jahren, sondern eine freie, in die Gegenwart verlegte Version des Jugendbuch-Klassikers von Cécile Aubry.

M3gan

»M3gan« ist geerdet, greift mit überlasteten Erziehungsberechtigten, die verzweifeln an der ununterbrochenen Aufmerksamkeit und Fürsorge, die ihr Nachwuchs verlangt, ein reales Problem auf, weiß aber gleichzeitig auch ironische Akzente zu setzen.

Die Unsichtbaren (2017)

Interviews, in denen vier Berliner Juden von ihrem Überleben im Untergrund während der Nazizeit berichten, verbinden sich in »Die Unsichtbaren« stimmig mit reinszenierten Rückblenden zu einem lebendigen Zeitporträt.
Gerhard Midding

Treffsicher schnippt der Söldner seine Zigarettenkippen in den vollen Aschenbecher. Keine einzige verfehlt ihr Ziel. Man ahnt, wie viele Stunden dieser Mann allein zugebracht und sich in Geduld und Konzentration geübt hat. Mit wenigen, knappen Gesten skizziert José Giovanni den virilen Stolz des Profis Lino Ventura in »Im Dreck verreckt« (1967): Er verstand sich meisterhaft auf die Kurzschrift des Genrekinos.

Gerhard Midding

Wenn ich ein Jahr wäre, würde ich nur ungern 2023 sein. In der Haut des neuen Jahres möchte ich nicht stecken: Ich hielte den Erwartungsdruck nicht aus. Nun soll sich, man liest es vielerorten, die Zukunft entscheiden. Kehrt das Publikum endlich so vollzählig in die Kinos zurück wie vor der Pandemie?

Zwischen den Jahren

Betont langsam erzählt Lars Henning in seinem Kinodebüt »Zwischen den Jahren« von einem Zweifachmörder, der nach seiner Haftentlassung Opfer seines eigenen Verbrechens wird. Eine beklemmende Geschichte um Rache und Sühne.

Nichts zu verlieren (2017)

Der Anfang ist purer Slapstick: mit einem Raubüberfall, der nicht ganz nach Plan läuft und bei dem einer der Täter seinen Kumpan beim Abgang im Stolpern anschießt. Andererseits gibt es eine Reiseleiterin, die ihren Arbeitstag im Streit mit ihrem Ehegatten (und Mitarbeiter) beginnt, dazu eine bunte Mischung von Reisegästen, die allesamt nicht gerade den Eindruck vermitteln, in Urlaubsstimmung zu sein. In »Nichts zu verlieren« balanciert Wolfgang Murnberger Komisches und Ernstes perfekt aus.

Cop Secret (2021)

Bússi (er heißt tatsächlich so!) ist der härteste Cop in Reykjavik, muy macho, schnelles Auto, schnell mit der Waffe, ein Supercop. Von dieser Spezies gibt es allerdings auf Island noch ein zweites Exemplar – und die beiden müssen in einer rätselhaften Banküberfallserie zusammenarbeiten. Reykjavik sieht aus wie New York in dieser gelungenen Parodie auf Actionfilme, Buddymovies und die Serien der 80er.

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