Auf dem Weg (2023)

Ein weiterer Reisefilm, der auf einem Schwur beruht: Wenn er den Unfall überleben sollte, der ihn lang ans Bett fesselte, will der Reiseschriftsteller Pierre (Jean Dujardin) Frankreich zu Fuß durchqueren. Denis Imbert setzt eine mühevolle Selbstsuche in Szene, die durch atemraubende Landschaften führt, deren Erhabenheit zuweilen von einem prätentiösen Off-Kommentar überlagert wird.

Nomadland (2020)

Mit ihrem alten Van fährt Fern durch den Westen der USA, von Arbeit zu Arbeit, vom Versandcenter zum Hamburger-Diner. Der dritte Film von Chloé Zhao beschwört den Mythos der Gemeinschaft on the road und den Traum von Unabhängigkeit und Freiheit. Die Nebenfiguren in »Nomadland« sind Laiendarsteller. Frances McDormand ist großartig – und vor allem: überzeugend – als Nomadin der Arbeit.
Mit Audiodeskription und Live-Verdolmetschung in Gebärdensprache: Könnte Kino standardmäßig barrierefrei sein?

Netflix: »Achtsam morden«

»Achtsam morden«: Tom Schilling brilliert als Anwalt am Rande des Nervenzusammenbruchs, der auf der Suche nach Ausgleich und Entspannung zum Mörder wird.
Brauchen wir noch einen Dokumentarfilm über Leni Riefenstahl, die Propagandistin der Nazis?
Gerhard Midding

Bestimmt hätte ich auch ohne Leos Carax erfahren, wer Isadore Greenbaum war. Vielleicht wusste ich es sogar schon vorher und es war mir nur entfallen. Von dem Ereignis, in dessen Verlauf der 26jährige Klempner aus Brooklyn seine Heldentat vollbrachte, hatte ich allerdings schon gehört.

Pacifiction (2022)

Albert Serras Porträt eines von Benoit Magimel gespielten französischen Kolonialbeamten auf Tahiti ist ein grandioses Spiel mit den Konventionen des Politthrillers. Doch der albtraumhafte Film versteht es, sich wieder und wieder den Regeln des Genres zu entziehen, und schickt einen so auf eine Reise in das wahre Herz der Finsternis.

Die Kairo Verschwörung (2022)

»Willkommen auf der dunklen Seite der Macht!« flüstert ein Kommilitone verschmitzt Adam zu, der gerade sein Studium an der al-Azhar Universität begonnen hat. Dass dies kein Scherz ist, merkt der junge, hoffnungsvolle Stipendiat umgehend. Er wird vom Geheimdienst als Informant gedungen und muss ums nackte und spirituelle Überleben kämpfen. Die Jury in Cannes bewies Augenmaß, als sie Tarik Salehs vielschichtigen Thriller mit dem Drehbuchpreis auszeichnete.

Il Buco – Ein Höhlengleichnis (2021)

Der italienische Regisseur Michelangelo Frammartino ist mit einer Gruppe junger Forscher in eine der tiefsten Höhlen der Welt hinabgestiegen: die Rekonstruktion einer Expedition von 1961. Sein Film »Ein Höhlengleichnis« ist sinnliches Slow Cinema und eine gelungene Reflexion über Licht und ­Dunkelheit, Geschichte und Erfahrung, findet Silvia Hallensleben.

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