Sascha Westphal
Filmkritiken von Sascha Westphal
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Robert Redford und Nick Nolte verkörpern selbstironisch zwei alte Männer, die sich viel zu viel zumuten. Leider belässt es Ken Kwapis bei dieser Liebeserklärung an seine Stars und verliert sich so im allzu Gefälligen
»Das Fest« auf Deutsch – doch trotz seiner Nähe zu dem Dogma-Klassiker gelingt es »Familienfest«, sich von seinem Vorbild zu lösen. In seinen eindringlichsten Momenten spiegelt er das momentane geistige Klima in Deutschland so perfekt wider, dass man ihm einige recht klischeehafte Wendungen gerne verzeiht
Matthew Heineman berichtet in seiner Dokumentation direkt von den Frontlinien des amerikanischen wie des mexikanischen Kriegs gegen die Drogenkartelle. Dass er dabei gelegentlich auch die eine oder andere Grenze überschreitet, ist in diesem besonderen Fall eher eine Stärke als ein Makel
Fast ausschließlich in starren Einstellungen hat Sergei Loznitsa die Proteste 2013/14 auf dem Kiewer Maidan gefilmt. Dabei ist ein einzigartiges filmisches und historisches Dokument entstanden, das die Prozesse offenbart, die eine riesige Menge Menschen in eine politische Macht verwandeln
Als Drehbuchautor hat Rick riesigen Erfolg, aber er bleibt ein Außenstehender, der selbst sein eigenes Leben nur aus der Distanz betrachtet. Terrence Malicks Kino wird immer radikaler und dabei auch immer reiner. Mehr noch als in »Tree of Life« und »To the Wonder« löst er hier jede Form von Erzählung auf. An ihre Stelle treten lyrische Bilderfolgen, die einen mal tänzelnd, mal wirbelnd auf eine andere Bewusstseinsebene führen
Der Brite John Maclean spielt in seinem Debüt auf eindrucksvolle Weise mit Motiven des Westerns. Was wie eine klassische Genredekonstruktion beginnt, wird zur liebevollen Rekonstruktion
Nach dem Tod ihres Mannes erfährt die Sängerin Nina, dass er noch eine zweite Familie hatte. Die junge Regisseurin Sacha Polak nähert sich den Gefühlen ihrer Protagonistin mit einer verstörenden Radikalität
Auf der einen Seite ist Özgür Yildirims Verfilmung von Mirjam Mous' Jugendroman die deutsche Antwort auf »Die Tribute von Panem«. Auf der anderen huldigt Yildirim den Klassikern des expressionistischen Kinos. Eine bizarre Mischung, die nicht ganz aufgeht, aber durchaus ihren Reiz hat
Shion Sono hat Santa Inoues Manga nicht nur in ein in allen Neonfarben glitzerndes HipHop-Musical verwandelt. Dieses wilde Spektakel über den Kampf einiger Straßen-Gangs gegen einen machtgierigen Yakuza ist filmischer Exzess pur. In dieser künstlichen Welt voller Schrecken und Schönheit herrscht ein grandioser, berauschender Überfluss. Mehr ist manchmal eben wirklich mehr
Thomas Cailley erzählt in seinem bemerkenswerten Spielfilmdebüt eigentlich eine klassische Boy-Meets-Girl-Geschichte. Aber in den Zeiten des gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Niedergangs, den Frankreich gerade erlebt, ist auch die Liebe nicht mehr das, was sie einmal war. Und so überraschen Cailley und seine großartige Hauptdarstellerin Adèle Haenel einen ständig von neuem



