Olivier Gourmet

Als Schauspieler/in:

Mit seinem untheatralischen Theaterfilm über die fiktive Entstehungsgeschichte des Stücks »Cyrano de Bergerac« gelingt dem Regisseur, Autor und Darsteller Alexis Michalik ein großer Wurf: »Vorhang auf für Cyrano«
Ein ungewöhnlich subtiles, mit viel Gespür für höfischen Alltag und Rituale erzähltes Historiendrama. Im Mittelpunkt: vier Kinder, die als politische Schachfiguren missbraucht werden: »Ein königlicher Tausch«
Zwei Halbbrüder, die einander eigentlich gar nicht kennen, unternehmen eine Bootsfahrt flussaufwärts, um an jenen Ort zu gelangen, an dem der gemeinsame Vater unter ungeklärten Umständen zu Tode gekommen ist. Unterwegs vollzieht sich eine Annäherung der beiden eher verschlossenen, ein wenig misstrauischen, tatsächlich vom Vater verwundeten Männer. »Stromaufwärts« ist ein ruhiger, karger Film, der die narrative Ellipse mit ergreifendem Schauspiel füllt
Catherine Frot als strenge Hebamme freundet sich mit einer todkranken Lebenskünstlerin – Catherine Deneuve – an: Die Frauenversteher-Tragikomödie »Ein Kuss von Béatrice« ist trotz betontem Realismus wenig glaubwürdig, wird aber vom Charisma der beiden Stars getragen
Den politischen Diskurs kann Raoul Pecks Biopic »Der junge Karl Marx« durch seine ernsthafte, aber keineswegs hagiografische Auseinandersetzung mit Marx vielleicht befruchten. Ästhetisch kommt er aber nur in den wenigsten Szenen über biederes Kostümkino hinaus
Eine junge Ärztin sucht nach der Identität eines Mädchens, dessen Tod sie mitzuverschulden glaubt. »Das unbekannte Mädchen«, der neue Film der Brüder Dardenne, überzeugt mit behutsamer Verquickung von Krimi und Sozialkino
Die Chronik einer heiklen Männerfreundschaft: Roschdy Zem porträtiert in »Monsieur Chocolat« den ersten schwarzen Clown und seinen weißen Partner, die die Geschichte des Zirkus revolutionieren, aber an den Vorurteilen ihrer Epoche scheitern
Martin Provosts Film über die verfemte Schriftstellerin Violette Leduc ist kein Biopic wie andere: Mit zärtlicher Anteilnahme nähert er sich einer ambivalent gezeichneten Figur, die den Konventionen ihrer Zeit trotzt
Der Skiunfall des Sohnes, der die geschiedenen Eltern (Marilyne Canto, Olivier Gourmet) wieder zusammenführt, ist schon der größte dramatische Aufwand, den Marion Hänsel in ihrem Film »Zärtlichkeit« betreibt. Die Rückhol­aktion wird zu einem heiteren Parcours, der unbelastet ist von alten Verletzungen
Auch wenn ihr neuer Film wiederum im tristen Seraing spielt und ein bedrückendes Schlaglicht auf die Verlorenheit in den sozialen Verhältnissen wirft, ist im Kino der Brüder Dardenne nicht mehr alles so wie gehabt. Sie vollziehen in »Der Junge mit dem Fahrrad« eine glaubhafte Hinwendung zu Helligkeit und Hoffnung