Milan Peschel

Als Schauspieler/in:

In seiner Therapie-Crashing-Komödie bedient Anno Saul (Kebap Connection) gnadenlos alle Klischees: Vom bärtigen Guru über labil-notgeile Psychofrauen bis hin zur therapeutischen Reinszenierung genitaler Problemstellungen lässt der Film keine noch so abgeschmackte Pointe aus. Milan Peschel als Playboy hat gute Chancen, als Fehlbesetzung des Jahres prämiert zu werden
Matthias Schweighöfer setzt auch in seiner zweiten Regiearbeit häufig auf eher derbe Späße und platte Klischees
Andreas Dresen erzählt in seiner typischen semidokumentarischen Inszenierung vom Sterben im Mikrokosmos einer Familie. »Halt auf freier Strecke« ist ein nüchterner und doch ergreifender Film, der zeigt, wie das Sterben auch zum Leben gehört
Matti Geschonnecks Literaturverfilmung »Boxhagener Platz« ist eine feinironische Tragikomödie über die vielfältigen Überlebensstrategien in der Ex-DDR, die durch klare Figurenzeichnung und eine hervorragende Besetzung überzeugt
Zu Songs wie »I Fought the Law« von The Clash und mit Sprüchen wie »Aber De Luxe!« auf den Lippen schickt Sven Taddicken die Mannen um Klaus Störtebeker und Gödeke Michels in den Kampf gegen die Hanse – »12 Meter ohne Kopf« ist historisch nicht ganz akkurat, aber dafür unterhaltsam
Frei nach den »Wahlverwandtschaften« treibt Sebastian Schipper ein Paar durch die Untiefen emotionaler Verwirrung. Mit Blick auf die Irritation, die vom Menschen selbst ausgeht, inszeniert er ein Open-Air-Kammerspiel um banale Konflikte, die nur deshalb ausgehalten werden, weil sie nicht zu ändern sind
Der Trinker, der Behinderte und ein Mord aus Freundschaft – Regisseur Pepe Planitzer lässt einen poetischen Desperadotraum wahr werden. »AlleAlle« zeigt mit feinsinnigem Gespür, was bleibt, wenn man alles verloren zu haben glaubt