Martin Schwickert

Filmkritiken von Martin Schwickert

Origineller Indoor-Thriller in feschem 50er-Jahre Dekor, mit schnittigen Plotwendungen, verschlungener Rückspuldramaturgie, coolem Motown-Soundtrack und einem ganz großen Herz fürs Genrekino: »Bad Times at the El Royale«
Sehr deutsche Jugendkomödie zur Zeugnisvergabe mit überschaubarer Plotkonstruktion, lahmen Fantasy-Elementen und stereotypisiertem Figurenarsenal
Betuliche Adaption des erfolgreichen Romans »Der Buchladen der Florence Green« von Penelope Fitzgerald, die den Mut einer tapferen Buchhändlerin in der konservativen, englischen Provinz der Fünfziger beschwört
Die Turbulenzen einer Patchwork-Familie werden hier recht unterhaltsam aus der Sicht der Kinder betrachtet, die einen ungewöhnlichen Lösungsansatz für das Leben zwischen den Elternfronten entwickeln: »Wohne lieber ungewöhnlich«
In Christian Gudegasts Action-Thriller »Criminal Squad« regieren die männlichen Hormone, wobei die Hahnenkämpfe der aufgeplusterten Kerle immer wieder die Grenze zur unfreiwilligen Karikatur übertreten. Gesprochen wird meist mit zusammengebissenen Zähnen oder weit aufgerissenem Raubtiergebiss. Bleigesättigtes Macho-Geplänkel, das vor lauter Breitbeinigkeit kaum laufen kann
Anhand einer Willkommensklasse in den Niederlanden zeigt der Dokumentarfilm »Miss Kiet's Children« die sozialen Lernprozesse, die die Flüchtlingskinder in der Schule durchlaufen, und eine Lehrerin, die ihnen mit enormer Aufmerksamkeit, Sensibilität und Klarheit begegnet
»Justice League«, der Film, mit dem Marvel-Konkurrent DC das »Avengers«-Rezept kopieren will, hat viele Probleme, aber das größte ist Regisseur Zack Snyder. Der Mann kann einfach nur Macho und Digital-Krawall und das ist mittlerweile selbst im Superheldengewerbe zu wenig
Interviews, in denen vier Berliner Juden von ihrem Überleben im Untergrund während der Nazizeit berichten, verbinden sich in »Die Unsichtbaren« stimmig mit reinszenierten Rückblenden zu einem lebendigen Zeitporträt
Akin widmet sich dem Thema NSU-Morde allein aus der Perspektive einer Opferangehörigen, vertritt diese reduzierte Herangehensweise in »Aus dem Nichts« jedoch mit großer emotionaler und filmemacherischer Klarheit
Bestürzend unlustige deutsche Komödie, die in neue Dimensionen der Vorhersehbarkeit vordringt

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