Kritik zu Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner

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2017
Original-Titel: 
Auf der anderen Seite ist das Gras viel grüner
Filmstart in Deutschland: 
13.07.2017
V: 
L: 
110 Min
FSK: 
6

Zwischen Männern und Jahren: Pepe Dankwart verfilmt einen Zeitreiseroman von Kerstin Gier mit Jessica Schwarz in der Hauptrolle

Bewertung: 2
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Das Leben als Billardpartie: Immer wenn zwei Kugeln miteinander kollidieren, verändern sich ihre Bahnen. In diesem Sinne besteht Katis Leben aus einer Serie schicksalhafter Kollisionen. Zuerst kracht die recht tolpatschige junge Frau (Jessica Schwarz) mit ihrem Auto in den Fahrradständer vor dem Krankenhaus und löst damit die Amour fou mit dem jungen Radfahrer und angehenden Arzt Felix (Felix Klare) aus. Jahre später scheppert sie vor dem Konferenzzentrum gegen das geparkte Auto eines jungen Mannes namens Mathias (Christoph Letkowski), den sie auf diese Weise kennenlernt. Mal knallt sie mit dem Kopf gegen den Tisch, mal bringt sie im Supermarkt einen Aufsteller mit Pralinen zum Einsturz und dann rast sie frontal in einen Laster.

Der Zusammenstoß mit dem Lastwagen kommt für Kati in einem Moment, in dem sie an ihrem Leben und vor allem ihrer Liebe zu Felix zweifelt. Just in diesem Moment läuft ihr ein Mann über den Weg, der ganz anders ist, besser oder vielleicht auch einfach nur neu. Kati flirtet mit diesem anderen, frischen Leben, und dann wacht sie nach einem Unfall im Krankenhaus auf. Nun ist Amnesie nach einem Autounfall keine Seltenheit, doch bei Kati wird der Schockmoment des Unfalls zum Katalysator für außerplan­mäßige Veränderungen, zum Drehbuchtrick, mit dessen Hilfe die Karten ihres Leben neu gemischt werden. Irritiert fragt sie ihre Freundinnen im Krankenzimmer nach dem aktuellen Datum und Jahr und stellt fest, dass die Zeit fünf Jahre zurückgedreht ­wurde, genau auf den Tag, bevor sie Felix kennenlernen wird. Entsprechend eröffnet sich ihr nun die Chance, mit dem Wissen um die erste Version ihres Lebens in der zweiten alles besser zu machen, wobei die Zeitreise wie immer im Kino mit unwägbaren Tücken verbunden ist. So gelingt es Kati zwar, den ersten Zusammenstoß mit Felix zu vermeiden, nur um alsbald mit einem zweiten konfrontiert zu sein… Korrekturen nimmt sie unterdessen nicht nur im eigenen Liebesleben vor, sondern auch beim Schicksal ihrer Freundinnen und Kolleginnen, die sie vor Krankheiten und Todesfällen bewahrt.

Nach dem historisch schweren Stoff von »Lauf Junge«, lauf verfilmt der sonst vor allem für sportlich geprägte Dokumentationen wie »Heimspiel«, »Höllentour« oder »Am Limit« bekannte Pepe Danquart jetzt einen Jugend­roman von Kerstin Gier. Die wiederum hat schon in ihrer Fantasy-Jugendtrilogie »Rubinrot«, »Saphirblau« und »Smaragdgrün« das Zeitkontinuum durchbrochen und mit »Männer und andere Katastrophen« ein ­weiteres Buch über jugendliche Verwirrungen des Gefühls verfasst, das 1999 mit Heike Makatsch verfilmt wurde. Aus dem durchaus reizvollen Was-wäre-wenn-Szenario kann der sonst eher von Extremsport-Anstrengungen begeisterte Regisseur allerdings keine echten Funken schlagen. Seine romantische Zeitreisekomödie bewegt sich auf eher lauem Fernsehniveau, in dem Jessica Schwarz ein paar hübsche Slapstickmomente hat und Milan Peschel großen Spaß mit einer schrillen Nebenrolle als überspannter Kunst­mäzen.

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