Anke Westphal

Filmkritiken von Anke Westphal

Ava ist 25, und der Filmtitel meint, leicht ironisch, ihr Leben und vielleicht sogar eine Generation. Konsequent und dabei zutiefst beunruhigend kreist Sophie Kluges episodenhafter Spielfilm »Golden Twenties« um die vorläufige Unbestimmtheit einer jungen Frau
In Denys Arcands neuem Spielfilm tun sich ein Philosoph, ein Ex-Knackie und ein Escort-Girl zusammen, lauter gute Menschen mit goldenem Herz, um das System auszutricksen. Mit der Krimikomödie »Der unverhoffte Charme des Geldes« formuliert Arcand erneut seinen Einspruch gegen die Strukturen einer Gesellschaft, in der alles auf Geld und Erfolg ausgerichtet ist
Britischer Wohlfühl- und Heimatfilm, der die auf Tatsachen beruhende Geschichte einer Gruppe von Fischern aus Cornwall erzählt. Schlicht in der Prämisse und konventionell inszeniert, macht »Fisherman's Friends« durch seine wackeren Helden und viele Shantys immerhin gute Laune
Carlos Reygadas neuer Film zeichnet – wohl teils autoreflexiv – das Porträt einer Ehe und eines Künstlers, überzeugt aber vor allem in großen, quasi für sich selbst stehenden Kinobildern
Sehr unterhaltsame und gelungene Komödie mit Charlize Theron als US-Politikerin auf höchster Ebene und Seth Rogen als arbeitsloser Journalist, der als ihr Redenschreiber engagiert wird. Beide spielen ein »odd couple«, das sich näherkommt, wobei die traditionellen Geschlechterrollen vertauscht sind. Mit vielen Spitzen gegen die US-Politik und Mediengesellschaft sowie Hollywoods Stereotypen garniert, erfreut der Film auch in seinem Umgang mit Stil- und Statusgefälle des Paars
Der Anime »Mirai« von Mamoru Hosoda verwebt Themen wie Geschwisterrivalität, Geschlechterrollen und Generationenfolge, aber auch japanische Traditionen zu einer wunderbaren Filmerzählung über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft als Bedingungsgefüge
Spannender Politthriller, in dem die Arbeitsprinzipien des deutschen Geheimdienstwesens anhand einer komplexen Fallgeschichte aus der Innensicht veranschaulicht werden. Mit guter Besetzung und routinierter Spannungsdramaturgie ist »Das Ende der Wahrheit«, mit wenigen Abstrichen, ein Beispiel für gelungenes Genre-Kino Made in Germany
Hatun Aynur Sürücü fiel im Jahr 2005 einem sogenannten Ehrenmord zum Opfer, weil sie sich von der Tradition ihrer streng gläubigen kurdisch-türkischen Familie gelöst hatte. Die Geschichte dieser jungen Frau erzählt die Regisseurin Sherry Hormann in »Nur eine Frau« radikal aus deren Sicht
Im Jahr 2015 raubte eine Rentner-Gang den Tresorraum einer Bank im Londoner Diamantenviertel aus. Glänzend besetzt mit Michael Caine, Jim Broadbent, Tom Courtenay, Ray Winstone sowie Michael Gambon schlägt »Ein letzter Job« leider nur zu erwartbar humoristisches Kapital aus den Gebrechen seiner betagten Protagonisten
Anfang der 1980er Jahre in Detroit: Auf dem Höhepunkt der Crack-Epidemie rekrutiert das FBI den Teenager Rick als Informanten. Yann Demange verbindet in »White Boy Rick« Sozialdrama mit Drogenthriller zur düsteren Anklage eines skrupellosen und rassistischen Systems

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Tipp
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Meldung
Andreas Dresen hat in ­seinem letzten Film »Als wir träumten« von ­einer Leipziger Jugendclique nach der Wende erzählt. Jetzt holt er weiter aus: In der Figur des Rockmusikers »Gundermann« verdichten sich Erfahrungen aus zwei Gesellschafts­systemen