Alamode Film

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Ein fiktives Drama über den Arabischen Aufstand gegen die britischen Mandatsträger, das auf klare Fronten und einfache Bilder setzt. Die jüdische Perspektive wird komplett ausgeblendet. Annemarie Jacirs Film geht es mehr um Wirkung als um differenzierte Erkenntnis.
Eindringlich und ohne Pathos inszeniert Adrian Goiginger die Geschichte einer jungen Frau und Mutter, die bei einem Verkehrsunfall ihre Familie verliert und sich unkonventionell zurück ins Leben kämpft – mit einer großartigen Valerie Pachner.
Wie schon zuletzt mit seinem Welterfolg »Das Lehrerzimmer« beweist İlker Çatak auch mit »Gelbe Briefe«, dass er es auf überzeugende Weise versteht, sich anspruchsvolle Arthouse-Themen so vorzunehmen, dass sie auch als Unterhaltung für ein breites Publikum funktionieren. Seine Geschichte eines Künstlerehepaares, das angesichts staatlicher Repressionen erst seine Existenz und dann sich selbst zu verlieren droht, ist dabei nicht nur eine dezidiert türkische und gleichzeitig universell erzählte Geschichte, sondern auch klug inszeniert und hervorragend gespielt.
Einfühlsames, elegant gefilmtes Drama über eine junge lesbische Muslimin, die zerrissen ist zwischen ihrer Sexualität und ihrem Glauben – nach dem autofiktionalen Roman von Fatima Daas.
Eine 77-jährige will im Brasilien der nahen Zukunft nicht in die Altenkolonie abgeschoben werden und holt sich mit sympathischer Sturheit die Kontrolle über ihr Leben zurück. Gabriel Mascaro inszeniert eine heiter-gelassene Gesellschaftsdystopie als poetisch-lakonischen Bootstrip durch das Amazonasgebiet.
Ein Drama voller charmanter Leichtigkeit und stiller Melancholie, das Familie neu definiert. Mit bezauberndem Cast, insbesondere Valeria Bruni Tedeschi und César Botti.
Das Biopic über die erste Lebenshälfte der surrealistischen Malerin und Künstlerin Leonora Carrington findet treffende optisch-akustische Entsprechungen für ihre Psyche, während die Bildwelten der Künstlerin fast unsichtbar und die Dialoge allzu plakativ wirken. Solides Period Piece vor Fernweh erzeugender Kulisse.
Ein Schornsteinfeger wird von einem Traum verfolgt, in dem David Bowie ihn wie eine Frau anschaut, sein Kollege und Freund hatte erstmals Sex mit einem Mann. Mit zärtlichem Blick und tragikomischem Ton arbeitet sich Dag Johan Haugerud am Begriff der (sexuellen) Freiheit in unseren von Konventionen orchestrierten Gesellschaften ab.
Der Mittelteil der »Oslo Stories«-Trilogie erzählt in radikaler Subjektivität von der Liebe einer 16-Jährigen zu ihrer Lehrerin. Die Aufzeichnungen des Mädchens sind gleichzeitig filmische Erzählform und Stein des Anstoßes. Dass auch große Gefühle in kleinen Alltagen stattfinden müssen, begreift Regisseur Haugerud als Chance, um uns glückende Kommunikation zu zeigen.
Der Auftakt zu Dag Johan Haugeruds »Oslo«-Trilogie begleitet seine Figuren auf einer Reise zu sich selbst. Existenzielle Themen entfalten sich in fast schon aufreizend entspannt inszenierten Dialogen.