Gerhard Midding

Es war ein denkwürdiger Prozess, der im Juni 1921 vor dem Kriminalgericht in Moabit verhandelt wurde. Er endete mit einem Urteil, das noch erstaunlicher war. Der junge Armenier Soghomon Tehlirian wurde angeklagt, Talat Pascha, den nach Berlin geflohenen, letzten Innenminister des osmanischen Reiches, in Charlottenburg mit einem gezielten Genickschuss getötet zu haben. Der Angeklagte war geständig und die Last der Indizien gegen ihn erdrückend. Die Tat fand heute vor 100 Jahren am späten Vormittag in der belebten Hardenbergstraße statt.

Gerhard Midding

Es fing unverdächtig an. Na ja, sofern man Wes Anderson für harmlos hält. Dann ging es schleichend weiter. Ein paar Tage später waren Soundtracks dran und heute früh Bürostühle. Obwohl ich schon beim zweiten Morgenkaffee saß, glaubte ich zu träumen: „IndieWire“ ist in den Versandhandel eingestiegen.

Rudolf Worschech

Menschen mit Maske gehören heute, hoffentlich, ganz selbstverständlich zum Straßenbild. Im Film sind sie aber noch nicht angekommen. Das hängt mit dem langen Vorlauf zusammen, den Filme manchmal brauchen, aber natürlich auch mit dem jeweiligen Thema. Der rumänische Regisseur Radu Jude, in letzter Zeit der produktivste Filmemacher seines Landes, hat den ersten Corona-Film der Filmfestivalgeschichte gedreht: »Bad Luck Banging Or Loony Porn«.

Sabine Horst

Wie eine Berlinale unter Pandemiebedingungen läuft, ist seit dem Start der digitalen Auflage der Filmfestspiele am Montag klar. Aber gibt es auch schon den Covid-Film? Gibt es eine ästhetische Form, in der sich widerspiegelt, wie das Virus den Alltag der Menschen verändert?

Gerhard Midding

Sie kennen dieses Bild: Jean-Paul Belmondo und Jean Seberg spazieren über die Champs-Elyées, er hat die Hände in den Hosentaschen gesteckt und eine Kippe zwischen den Lippen; sie trägt ein T-Shirt mit dem Emblem des "Herald Tribune" und hat ein paar Ausgaben der Zeitung unter dem Arm, als sie lachend zu ihm aufblickt.

Gerhard Midding

Seine Stimme habe ich zuerst gar nicht erkannt. Sie ist inzwischen etwas brüchiger geworden und klingt heiser. Aber das "quoi", das "Was", das André Téchiné gern ans Ende seiner Sätze stellt, halb als Fragezeichen, halb als Komma, war mir augenblicklich wieder vertraut.

Barbara Schweizerhof

Eine Frau trifft sich zum Blind Date mit ihrem Traummann – aber leider ist er ein Roboter. Das ist die Prämisse des neuen Films der Schauspielerin und Regisseurin Maria Schrader, »Ich bin dein Mensch«, mit dem sie in den Wettbewerb der 71. Berlinale geladen wurde. Was leider bedeutet, dass in diesen Tagen, dem ersten Teil des wegen Corona zweigeteilten Festivals, nur die Branche den Film zu sehen bekam.

epd Film-Autor:innen stellen alternative Streamingportale von Mubi bis filmingo vor. Was die zeigen? Arthouse-Kino, Klassiker, Experimentelles
Gerhard Midding

Die Friseursalons haben es vor einigen Monaten vorgemacht. Morgen, am letzten Februartag, werden bundesweit 300 Kinos um 19 Uhr wieder hell er- bzw. beleuchtet sein. Sie wollen ein Zeichen setzen am Vorabend der virtuellen Berlinale, ein Lebenszeichen.

Seiten

epd Film RSS abonnieren