Filmkritiken
Woche vom 01.04.2026
Eine von Solidarität getragene Suche auf den Spuren der Befreiungstheologie, die auch daran erinnert, dass es in den USA schon vor MAGA gängige Politik war, gewaltsam gegen fortschrittliche Bewegungen vorzugehen.
Im sommerlichen Flirren der Cote d' Azur ringt ein gut behüteter Teenager mit seinen Träumen und muss entscheiden, welche Richtung er seinem Leben geben will. Einfühlsam begleiten Robin Campillo und der vor Drehbeginn verstorbene Laurent Cantet ihn durch den Taumel der Gefühle. Ein Gemeinschaftswerk, das nicht nur als postumer Freundschaftsdienst bewegend ist.
Nach der Trennung von seiner japanischen Ehefrau ist ein Franzose im Land geblieben in der vagen Hoffnung, seine Tochter wiederzusehen, die ihm vor neun Jahren genommen wurde. Denn das japanische Recht begünstigt in einem solchen Fall auf extreme Weise denjenigen Partner, bei dem das Kind lebt. Nüchtern-dokumentarisch erzählt mit einer komplexen Hauptfigur, eindringlich verkörpert von Roman Duris.
Julia Ducournaus neuester Film ist zugleich auch ihr bisher ruhigster. Statt auf Ekel und Schock setzt die französische Ausnahmeregisseurin diesmal auf Melancholie und Pop-Songs. Wer bereit ist diesen Kurswechsel mitzugehen, den erwartet, wie von der Französin gewohnt, ein Film, der Kopf, Herz und Körper gleichermaßen in Beschlag nimmt.



