Tim Burton

Tim Burton mit Gemälden von Margaret Keane, Oktober 2014

Tim Burton, geboren 1958 im kalifornischen Burbank, gilt als einer der kreativsten und originellsten Filmemacher weltweit. Sowohl seine Realfilme als auch seine Animationsfilme sind bei Kritikern und Zuschauern gleichermaßen beliebt und erfolgreich. Sein künstlerisches Können beschränkt sich nicht allein auf das Kino, Tim Burton ist auch ein angesehener Maler und Zeichner. Sein vielleicht größter Verdienst für die Filmindustrie war die höchst erfolgreiche Wiedereinführung der Stop-and-Go-Animation, ausgehend vom Kultklassiker »Nightmare Before Christmas« (1993), gefolgt von »Corpse Bride – Hochzeit mit einer Leiche« (2005) und »Frankenweenie« (2012). Als Produzent war er auch an den Animationsfilmen »James und der Riesenpfirsich« (1996) und »#9« (2009) beteiligt.

Weitere Meilensteine seines Kinoschaffens sind »Alice im Wunderland« (2010), der zwei Oscars gewann und weltweit mehr als eine Milliarde Dollar einspielte, und »Sweeney Todd« (2007), der einen Golden Globe gewann. Seit seinem Kinoregiedebüt »Pee-Wee's irre Abenteuer« (1985) erfand Tim Burton das Kino immer wieder neu, prägte aber zugleich bestimmte Markenzeichen und seinen ganz eigenen Bildstil. So etwa in »Beetlejuice« (1988), »Batman« (1989), »Edward mit den Scherenhänden« (1990), »Batmans Rückkehr« (1992), »Ed Wood« (1994), »Mars Attacks!« (1996), »Sleepy Hollow« (1999), »Planet der Affen« (2001), »Big Fish« (2005), »Charlie und die Schokoladenfabrik« (2005) und »Dark Shadows« (2012).

Als Produzent wirkte Tim Burton an zahlreichen weiteren Filmerfolgen mit, darunter »Batman Forever« (1995) und »Abraham Lincoln Vampirjäger« (2012). Seine Liebe zur Kunst gipfelte 2009 in dem Bildband »The Art of Tim Burton«, der auf 430 Seiten das über 40-jährige Schaffen des Filmemachers und Künstlers präsentierte. Das Museum of Modern Art (MOMA) in New York eröffnete im November 2009 eine Ausstellung mit Tim Burtons Werken, später tourte die Schau durch Melbourne, Toronto, Los Angeles, Paris, Seoul, Prag und Tokyo.

Tim Burton war Stipendiat der Disney Studios und studierte drei Jahre Trickfilmkunst am California Institute of Arts. Als angestellter Zeichner bei Disney wirkte er an den Zeichentrickfilmen »Cap und Capper« (1981) und »Taran und der Zauberkessel« (1985) mit. In Disneys Auftrag drehte er 1982 erstmals als Regisseur den sechsminütigen Animationsfilm »Vincent«, der mit Vincent Price als Erzähler aufwarten konnte. Burton inszenierte 1983 eine kurze Hänsel-und-Gretel-Adaption mit mehreren Kung-Fu-Einlagen sowie 1984 den kurzen Realfilm »Frankenweenie«, der später als Grundlage für den animierten »Frankenweenie« (2012) in Spielfilmlänge diente.

Quelle: Studiocanal

Regisseur/in von:

Mit seiner bildgewaltigen Fantasy-Adaption »Die Insel der besonderen Kinder« entführt Tim Burton den Zuschauer in eine stilvolle britische Parallelwelt, in der Kinder so richtig grausam sind
Schade, dass Tim Burton sich letztlich auf die schöne Oberfläche beschränkt und sein aufregendes Thema psychologisch nicht tiefer auszuloten versteht. Der feministische Kern ist allerdings deutlich herausgearbeitet
Tim Burtons Hommage an Frankenstein und Co. fügt den bekannten Motiven kaum Neues hinzu, bezaubert aber mit Puppentrick in Schwarz-Weiß und 3D. Durchaus kindgerechter Horror mit Herz, Verstand, und unbändiger Fabulierfreude
Tim Burtons Hommage an die gleichnamige US-Serie spielt vergnüglich auf allen Klaviaturen von Retrocharme und Kulturschock, handelt insgeheim jedoch vom Wesen familiären Zusammenhalts
Für seine Version des subversiven Kinderbuchklassikers »Alice im Wunderland« opfert Tim Burton die Absurdität des Originals leider einer schlüssigen Blockbusterlogik. Aber was die gesamte visuelle Gestaltung angeht, seine Figuren und ihre Besetzung, führt er den Zuschauer tatsächlich in ein – dreidimensionales – Wunderland
Tim Burton hat sich in seinem Remake des Klassikers »Planet der Affen« von 1968 weitgehend sowohl von der literarischen Vorlage als auch von den in ihn gesetzten Erwartungen entfernt
Wissenschaft trifft Aberglaube in Tim Burtons wunderschönem Schauermärchen

Drehbuchautor/in von:

Tim Burtons Hommage an Frankenstein und Co. fügt den bekannten Motiven kaum Neues hinzu, bezaubert aber mit Puppentrick in Schwarz-Weiß und 3D. Durchaus kindgerechter Horror mit Herz, Verstand, und unbändiger Fabulierfreude

Produzent/in von:

Selten war das Klischee von der Fortsetzung, die letztlich nur noch mehr vom Gleichen ist, so wahr wie hier. Zwar ersetzt James ­Bobin dieses Mal Tim Burton, doch zu bunt, zu rastlos und zu uncharmant ist auch dieser Teil von »Alice im Wunderland«, der einmal mehr Fantasie mit einem Übermaß an CGI verwechselt. Und Johnny Depp als Hutmacher nervt noch immer
Schade, dass Tim Burton sich letztlich auf die schöne Oberfläche beschränkt und sein aufregendes Thema psychologisch nicht tiefer auszuloten versteht. Der feministische Kern ist allerdings deutlich herausgearbeitet
Tim Burtons Hommage an Frankenstein und Co. fügt den bekannten Motiven kaum Neues hinzu, bezaubert aber mit Puppentrick in Schwarz-Weiß und 3D. Durchaus kindgerechter Horror mit Herz, Verstand, und unbändiger Fabulierfreude
Als kleiner Junge muss Abraham Lincoln mit ansehen, wie seine Mutter von einem Vampir ermordet wird. Fortan kämpft der spätere Präsident der Vereinigten Staaten nicht nur gegen die Sklaverei, sondern auch gegen die heimliche Herrschaft der Untoten. Der Film wirkt wie ein uninspiriertes Computerspiel auf Autopilot, und seine Protagonisten sind nicht mehr als grob charakterisierte Abziehbilder, für die man keine Empathie empfindet

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