Nicola Piovani

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Ein mitreißender, auch erschreckender Blick auf den Mafiakrieg der 1980er und 1990er in Sizilien, mit jenem Mann als Hauptfigur, der schließlich zum Kronzeugen wurde und Hunderte andere Mafiosi vor Gericht brachte: Tommaso Buscetta. Während der Film die Cosa Nostra insgesamt ungeschönt zeigt, folgt er in der Darstellung Buscettas ein wenig zu sehr dessen schmeichelhafter Selbstdarstellung als Gentleman-Ganove
Bei einem großen Familienfest auf einer italienischen Insel brechen alte und neue Konflikte auf – klingt abgedroschen? Ist es auch. Banale Konflikte und eine unentschiedene Dramaturgie sorgen nicht für große Gefühle, sondern vor allem für gähnende Langeweile: »Zuhause ist es am Schönsten«
Die Komödie über zwei Köche, die den Widrigkeiten der modernen Feinschmeckerwelt trotzen, folgt dem klassischen Rezept so ziemlich aller Buddy-movies. Das klingt nach filmischem Fast Food, wurde aber mit großer Liebe zubereitet
Bei seinem Frankreichstart hat Philippe Liorets Film »Welcome« heftige Debatten über die Migrationspolitik der Sarkozy-Regierung ausgelöst: Achtsam melodramatisch, entschieden kinohaft und doch realitätsnah spiegelt er ein Klima wider, in dem Hilfsbereitschaft und Zivilcourage anrüchig geworden sind
Ein verhalten auftretender Debütfilm mit Sandrine Bonnaire und Kevin Kline über die Emanzipationsgeschichte einer Frau, die begriffen hat, dass Schach in Wirklichkeit nicht das Spiel der Könige sondern der Damen ist: »Die Schachspielerin«
Vier Paare versammeln sich in »Affären à la carte« zum Affären-Menue. Im Ärzte-Anwälte-Designer-Milieu hat jeder etwas zu verbergen und zu beichten: Seitensprünge, Krankheiten, Ambitionen. Danièle Thompsons handwerklich souveräne Inszenierung schickt interessante Darsteller ins Spiel, belässt Figuren und Schicksale aber weitgehend im Bereich klischeehafter Beliebigkeit
Ohne Pathos oder Selbstmitleid erzählt Sandrine Bonnaire die Krankengeschichte ihrer autistischen Schwester, die sich nach Jahren heftiger medikamentöser Behandlung in der Psychiatrie nun in einer betreuten Wohnstätte mühsam ein wenig »Normalität« zurückerobert
Liorets nostalgischer Film über eine verbotene Liebe, die sich in verborgenen Gesten und mehrdeutigen Dialogen erfüllt, knüpft an die melodramatischen Traditionen des französischen Vorkriegsfilms an. Lioret modernisiert sie sacht und erzählt mit einer Mischung aus Inbrunst und Zurückhaltung, bei der jeder Zwischenton vernehmlich ist