Kai Mihm

Filmkritiken von Kai Mihm

Mit Akribie verfilmt Robert Eggers jene nordische Sage um die Rache eines Königssohns, die Shakespeare zu »Hamlet« inspirierte. Halb Epos, halb Abenteuerfilm und über weite Strecken spannend inszeniert, bleiben die Figuren zu eindimensional und die Geschichte dramaturgisch zu flach, um nachhaltig zu beeindrucken.
Ein abgehalfterter Pornostar kehrt in seine texanische Heimatstadt zurück und feilt an einem dubiosen Comeback: Sean Bakers Mischung aus Milieu- und Charakterstudie bereitet mit der hervorragenden Besetzung Vergnügen, bleibt aber zu monoton, um bleibenden Eindruck zu hinterlassen.
Paul Schraders ist eine Reflexion über Schuld, Trauma und Hoffnung, und zugleich ein zorniges Plädoyer gegen Unrecht und ungesühnte Kriegsverbrechen. Hervorragend besetzt, nur manchmal zu kühl und zu betont undramatisch.
Aus der Geschichte eines Radioreporters, der mit seinem neunjährigen Neffen durch die USA reist und dabei eine väterliche Beziehung entwickelt, macht Mike Mills eine sensible Reflexion über Elternschaft und die sich ergänzenden Perspektiven von Kindern und Erwachsenen – sinnlich und nachdenklich, intellektuell und mit leisem Humor.
Mika Kaurismäkis improvisiertes Kammerspiel über drei Männer, die während des Lockdowns in einer Bar zusammentreffen und über das Leben sinnieren, wird von der Chemie zwischen den Darstellern und der Klugheit der alltäglichen Dialoge getragen. Kein großer, aber ein angenehm leiser, nachdenklicher Film.
Die Geschichte eines todkranken Vaters, der Adoptiveltern für seinen kleinen Sohn sucht: hochsensibel inszeniert und herausragend gespielt, frei von Pathos und zutiefst bewegend. Eine kleine Filmperle
Liam Neeson als Trucker kämpft im Schnee gegen Killer – unglaubwürdig konstruiert, schwerfällig inszeniert und schließlich unfreiwillig komisch. Ein Tiefpunkt in Neesons Action-Filmographie
Eine Mexikanerin sucht ihren verschollenen Sohn, der sie verließ, um in die USA zu gelangen. Der Debütfilm greift eine Reihe spannender, hochaktueller und brisanter Themen auf, bleibt jedoch inhaltlich zu vage und im Tonfall zu distanziert, um zu fesseln oder aufzurütteln.
Ein todkranker Rentner will seinen Lebenstraum erfüllen und am ersten zivilen Weltraumflug teilnehmen. Die wenig originelle, kitschgefährdete Story wird angenehm nüchtern und ohne Showeffekte erzählt. Sehr gut: die Besetzung, allen voran der große Richard Dreyfus
Ein Motorraddieb aus Wuhan wird zum Gejagten, nachdem er versehentlich einen Polizisten erschossen hat: Diao Yinan inszeniert diese Geschichte im Stil eines Neo-noir, visuell betörend und mit faszinierendem Stilbewusstsein – aber zu unterkühlt und verworren, um emotional zu fesseln

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