Britta Schmeis

Filmkritiken von Britta Schmeis

Intensiver und elegant inszenierter Horrortrip um Mutterschaft der Österreicherin Johanna Moder mit einer herausragenden Marie Leuenberger als verzweifelte junge Mutter und erfolgreiche Dirigentin, die um das Vertrauen in sich selbst kämpft.
Kraftvolles und zugleich sanftes Spielfilmdebüt um eine junge Frau, die mit dem Vergewaltigungsvorwurf gegen ihren geliebten Bruder umgehen muss. Gewissheiten geraten ins Wanken, moralische Trennlinien verschwimmen. Großartig gespielt von Marie Bloching.
Einfühlsames, elegant gefilmtes Drama über eine junge lesbische Muslimin, die zerrissen ist zwischen ihrer Sexualität und ihrem Glauben – nach dem autofiktionalen Roman von Fatima Daas.
Ruhiges, eindrückliches Drama über zwei ungleiche Halbgeschwister auf der Suche nach Heimat – Regiedebüt des Kölners Leis Bagdach mit einem sehr überzeugenden Kostja Ullmann und der Neuentdeckung Safinaz Sattar.
Dichtes Psychogramm einer dysfunktionalen Familie vor der winterlichen Kulisse Griechenlands voller sanfter Melancholie, in dem jede Figur mit ihren eigenen Dämonen kämpft – überzeugender Cast.
Mit viel Klischees, Pathos und Kitsch verfilmt Eric Schmitt den gleichnamigen Roman von Thomas Glavinic, mit Matthias Schweighöfer und weiterem illustren Cast.
Berührendes, klug inszeniertes und eindrücklich audiovisuell erzähltes Drama um eine gehörlose Frau, die durch ihr Mutterwerden die Verbindung zu der Welt zu verlieren droht – mit einer intensiv agierenden gehörlosen Miriam Garlo in der Hauptrolle.
Moderne Adaption des Jugendbuchklassikers mit erstklassigem Cast, mal märchenhaft-poetisch, mal grausam-gegenwärtig, geschickt verknüpft, aber nicht immer überzeugend.
Angesiedelt im Korsika der 1990er-Jahre erzählt Julien Colonna in seinem Spielfilmdebüt ungeschönt und voller Melancholie von Clankriminalität und Rache als Familienerbe – mit einer umwerfenden Protagonistin.
Zwei ungleiche Brüder treffen in dieser charmanten aber sehr erwartbaren Komödie aufeinander: der herzensgute Sunny mit Trisomie 21 und der skrupellose Immobilienmakler Thomas. Nett anzusehen, aber harmlos.

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Mit gerade einmal acht Filmen deutlich gestrafft präsentierte sich in diesem Jahr die Sektion Perspektive Deutsches Kino, die sich inhaltlich kaum aktueller hätte aufstellen können. Denn im Fokus standen Heimat und Identität