Alexandra Seitz
Filmkritiken von Alexandra Seitz
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Ein Mädchen an der Schwelle zur Pubertät brütet ein Ei aus, aus dem ein böser Zwilling schlüpft, der lang schon schwelende familiäre Konflikte zur Eskalation bringt. Beeindruckendes Spielfilmdebüt, in dem das gute alte Creature-Feature in überraschender Gestalt Wiederauferstehung feiert: als Coming-of-Age-Horrorfilm, der den Begriff des Flüggewerdens wörtlich nimmt.
Ein Biopic über Elvis Presley bekommt es gemeinhin mit der Aufgabe zu tun, Mann und Mythos auseinander zu dividieren und getrennt voneinander zu verhandeln. Man kann auf dergleichen Mühseligkeiten allerdings auch pfeifen und das Leben des Menschen aus Fleisch und Blut im Lichte des King erstrahlen lassen. Eben dies ist hier der Fall, schwungvolle zweieinhalb Stunden lang und mit brennendem Herzen.
Aneinanderreihung von Sketchen, in denen die Geschichte der Menschheit als eine von Fehlleistungen, überspitzt und grotesk, vor allem aber total unkomisch in Szene gesetzt wird. Noch tiefer gelegte Flachwitze feiern fröhliche Urständ, wo die Keule des Zynismus für tabula rasa hätte sorgen sollen.
Fern und Dave treffen beim Gassigehen mit ihren Hunden aufeinander und bald mögen sie sich; doch sind sie nicht schon zu alt für die Liebe? Jedenfalls wird diese mit den Jahren nicht unkomplizierter – wie hier ebenso einleuchtend vor Augen geführt wird wie die jederzeitige Möglichkeit des Glücks.
Herausragender Animationsfilm, der in der aufwändigen Öl-auf-Glas-Technik und mit märchenhaften erzählerischen Mitteln die Flucht eines halbwüchsigen Geschwisterpaares schildert. Quer geht es durch einen von Soldaten, Feen, Menschenhändlern, Hexen, guten Geistern und bösen Mächten bevölkerten Kontinent, der frei erfunden ist und unsere Gegenwart wie in einem Brennglas einfängt.
So pathetisch der Titel, so lebendig, unkitschig und gutgelaunt die Umsetzung: Der achtjährige Samay verliebt sich in die siebte Kunst; fortan gilt sein gesamtes Sehnen und Trachten dem filmischen Geschichtenerzählen; und während er gemeinsam mit seinen Freunden sogar ein Kino bastelt, erhält das Publikum Unterricht in analoger Vorführtechnik.
Schlicht und schrecklich ist dieser Horrorfilm aus dem Hohen Norden, angesiedelt in einer von den Sommerferien nahezu entleerten Hochhaussiedlung und kreisend um vier Außenseiter-Kinder, die sich mit einer grausamen Macht einlassen. Unschuldig ist am Ende keiner mehr.
Beobachtung dreier Tierpräparatoren, die sich auf die European Taxidermy Championship vorbereiten. Die Drei eint die Überzeugung, dass mithilfe ausgestopfter Tiere die Distanz des Menschen zur Natur überwunden und Impulse zu deren Schutz gesetzt werden können. Ein aufschlussreicher Einblick nicht nur in ein vielgestaltiges Handwerk, sondern auch in ein komplexes Wechselspiel zwischen Leben, Tod und Schein.
Weil seine Adoptiveltern seinerzeit keinen Einbürgerungsantrag für ihn gestellt haben, soll der koreanisch-stämmige Antonio, mittlerweile Familienvater, abgeschoben werden in ein Land, das er nicht kennt. Eine Stellvertretergeschichte, die mit dickem Farbauftrag und groben Pinselstrichen einen realen Missstand im US-amerikanischen Adoptionsrecht anklagt. Da bleibt kein Auge trocken.
Allen Unkenrufen zum Trotz ist der American Dream nicht totzukriegen; denn wenn Richard Williams ihn nicht geträumt hätte, hätten es seine beiden Töchter Venus und Serena nicht an die Weltspitze des Tennis geschafft. Ein erfreuliches Sport-Biopic, in dem der Schauspieler in Will Smith endlich mal wieder was zu tun bekommt.
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