Alexandra Seitz

Filmkritiken von Alexandra Seitz

Ein Einwanderer nach Hongkong bleibt in Kowloons Walled City hängen, sein Schicksal dient als Reiseführer durch das triadenbeherrschte Gemeinwesen, ein rechtsfreies Armenviertel am Rande eines kapitalistischen Zentrums. Spitzenbesetzter Hongkong-Actionkracher alten Schlages, der keinen wehmütig-sentimentalen Blick zurück in die Achtziger wirft, sondern beweist, dass das Genre nicht totzukriegen ist, wenn alle das wollen.
Von sehr weit her, aus dem nepalesischen Himalaya, kommt diese nur vordergründig simple Geschichte. Die Suche einer Frau nach ihrem verschwundenen Mann bringt uns auf unaufdringliche Weise die spirituelle Praxis nahe, die diesen harschen Lebensraum am Dach der Welt bis in seine Ritzen erfüllt.
Eher assoziatives Geflecht denn konventionelle Narration über die Geschichte eines Ortes: Mit festem Blick auf Gegenwart und Zukunft gedenkt der Film der Gespenster des NS-Konzentrationslagers »Mittelbau Dora« im thüringischen Nordhausen.
Eher ein Image- denn ein Dokumentarfilm über die spanische Weinbauregion Rioja, in dem sich, leider ohne jedes erkennbare Konzept, Vignetten aus Geschichte und Gegenwart dortiger Vinifizierung aneinanderreihen.
Und wieder erreicht uns eine Wahrheit aus dem fernen Himalaya-Staat Bhutan, die besagt, dass Weisheit und Mitgefühl nur gedeihen, wenn Gewalt und Leid begraben werden. Dargebracht ohne esoterischen Firlefanz in Form der Geschichte einer Dorfgemeinschaft, die vom politischen Umbruch der Nuller-Jahre staunend erschüttert wird.
Lose ineinander geflochtene Episoden, in denen die Abenteuer von Menschen erzählt werden, die sich auf die ein oder andere Weise mit dem Tod konfrontiert sehen. Und das ausgerechnet mitten in einer Stadt, die die Lebensfreude feiert. Aus dem mitunter grotesk ausfallenden Kontrast erwächst, nicht zuletzt dank feinsinniger Schauspielerei, Weisheit.
Eine Schriftstellerin, die aus Kummer über den Tod ihres Mannes nicht mehr schreibt, auf Lesereise in Japan. Ihr dortiger Verleger, der eben von seiner Frau verlassen wurde. Der Geist ihres Mannes, der die beiden verkuppelt. Charmant gemeint, aber zu unbeteiligt inszeniert, um das Gefühl tatsächlich zu erreichen. Stattdessen aufgelegte Japan-Klischees.
Wer vom Filmtitel auf den alten Sager vom Verbrechen schließt, das sich nicht lohnt, trifft ins Schwarze. Sehenswert ist aber in jedem Fall, mit welch nüchterner Eleganz Arslan diesen Gangsterfilm in Szene setzt. Kein Wort zu viel und keine überflüssige Geste lenken von der vernichtenden Erkenntnis ab, dass eine Gesellschaft, in der es selbst unter Dieben keine Ehre mehr gibt, am Ende ist.
Ein Taxifahrer und sein weiblicher Fahrgast unterhalten sich über die Beziehungen zwischen Männern und Frauen. Weil die meiste Zeit der Mann redet und die Frau auf ihr Mobiltelefon schaut, fällt das sogar noch langweiliger aus als befürchtet.
Mitte des 18. Jahrhunderts macht sich Hauptmann a.D. Kahlen daran, die Jütländer Heide für das dänische Königreich zu erschließen. Er träumt von gesellschaftlicher Anerkennung, doch sein landadliger Nachbar verwickelt ihn in eine erbitterte Fehde. Ein Historienepos, in dessen Zentrum die schauspielerische Glanzleistung und Charakterstudie von Mads Mikkelsen in der Rolle Ludvig Kahlens steht.

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