Marie und die Schiffbrüchigen

Siméon folgt Marie, die er eigentlich gar nicht kennt, auf die Ile de Groix, wohin es alsbald auch seinen Mitbewohner verschlägt, der wiederum Maries Ex im Schlepptau hat. Verwirrungen des Gefühls sind die Folge. »Marie und die Schiffbrüchigen« erzählt eine etwas zwangsoriginell auf verschlungenen Pfaden wandelnde Liebesgeschichte, die die Lässigkeit aufs Korn nimmt, mit der oftmals das Glück des Lebens verspielt wird – die dann aber daneben schiesst

Mädelstrip

Grobhumorkomödien sind per Ankündigung nicht subtil, aber der mit Amy Schumer und Goldie Hawn so vielversprechend besetzte »Mädelstrip« verdirbt sich seine guten Einfälle durch schlechtes Timing und allzu bequem erdachte Lateinamerikaklischees

Life, Animated

Geschichten, wie sie Oscar-Wähler lieben: ein kleiner autistischer Junge lernt mithilfe von Disneyfilmen zu sprechen und findet seinen Platz im Leben. Der gefeierte Dokumentarfilm »Life, Animated« von Roger Ross Williams ist so klebrig und manipulativ wie die Animationsmärchen, die seinem Protagonisten halfen

Ein Kuss von Béatrice

Catherine Frot als strenge Hebamme freundet sich mit einer todkranken Lebenskünstlerin – Catherine Deneuve – an: Die Frauenversteher-Tragikomödie »Ein Kuss von Béatrice« ist trotz betontem Realismus wenig glaubwürdig, wird aber vom Charisma der beiden Stars getragen

Innen Leben

In einer Wohnung verbarrikadiert suchen neun Menschen Schutz vor den Gräueln des Kriegs in Syrien. »Innen Leben« ist ein effektiv inszeniertes, beklemmendes Kammerspiel mit hervorragender Besetzung, das jede Hoffnung auf Erlösung im Keim erstickt

Ich wünsche dir ein schönes Leben

Die Physiotherapeutin Elisa sucht nach ihrer leiblichen Mutter, die sie anonym entbunden und zur Adaption freigegeben hat. Es fügt sich, dass diese in der Schulkantine ihres Sohnes arbeitet und nach einem Unfall in ihre Praxis kommt. Ounie Lecomtes intimes Porträt zweier Frauen wird getragen von hervorragenden Darstellerinnen (Celine Sallette und Anne Benoit) und der beredten, einfühlsamen Kameraführung Caroline Champetiers: »Ich wünsche dir ein schönes Leben«

Ganz große Oper

»Ganz große Oper« ist ein bieder angelegtes Gefälligkeitsporträt für die Bayerische Staatsoper aus dem eigenen Haus, das jenseits des Fan-Kreises nur schwer ein Publikum finden dürfte

Die Farbe der Sehnsucht

Eine Reise in fünf verschiedene Länder und zu acht verschiedenen Menschen als Essay über jenes essentielle, doch auch recht diffuse menschliche Gefühl der Sehnsucht: »Die Farbe der Sehnsucht« ist assoziativ und schweifend, bisweilen auch sehr vage, doch anregend durch die Porträtierten und die starke Bildsprache

Born to be Blue

1966 befindet sich Chet Baker am Tiefpunkt seines Lebens und seiner Karriere. Ein Angebot aus Hollywood und die Liebe einer Schauspielerin könnten ihn retten. Der kanadische Regisseur Robert Budreau imaginiert in »Born to be Blue« die Renaissance des Jazzmusikers als stimmungsvolle, brüchige Montage von Vergangenheit und Gegenwart, von Glanz und Abglanz

Das Belko Experiment

Die 80 Mitarbeiter eines Unternehmens sehen sich eines Tages in ihrem Bürogebäude eingeschlossen und mit der Aufforderung konfrontiert, sich gegenseitig umzubringen. Während der unsichtbar bleibende Drahtzieher seinen Forderungen Nachdruck zu verleihen weiß und einige der Angestellten zur Besonnenheit und Zusammenarbeit aufrufen, nehmen andere schon das Gesetz in die eigene Hand. Das blutige Geschehen lässt den Zuschauer am Ende abstumpfen, aber zwischendurch weiß »Das Belko Experiment« in einzelnen Momenten durchaus heilsam zu verunsichern

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