Gerhard Midding

Heute vor 60 Jahren fand der große Marsch auf Washington statt, der in Martin Luther Kings "I have a dream"-Rede gipfelte. Die Kundgebung wurde per Satellit weltweit im Fernsehen übertragen; bis zum Mittag war die Zahl der Demonstranten auf eine Viertelmillion angestiegen. An dieser Sternstunde der Bürgerrechtsbewegung nahmen zahlreiche Berühmtheiten aus dem Showgeschäft teil. .

Venedig: Im Zeichen des Streiks

Am Mittwoch beginnt das Filmfestival von Venedig. Die 80. Mostra lockt mit hochkarätigen Filmpremieren, leidet aber an der Unsicherheit, die der Streik in Hollywood mit sich bringt: Welche der prominenten Stars werden zur Premiere am Lido anreisen?
Wann fing das an, dass die Autoren und Schauspieler der »Traumfabrik« sich nicht nur als geniale Kreative, sondern als abhängig Arbeitende begriffen?

The Trouble With Being Born (2020)

In ihrem zweiten Spielfilm erzählt Sandra Wollner von einem Androiden, der in die Rolle einer verschollenen Tochter und eines vor Jahrzehnten verstorbenen Bruders schlüpft. Was macht uns zu Menschen und was bedeuten Erinnerungen? Stilistisch bravouröses, verstörendes Assoziationskino um die Institution der Familie.

Vatersland (2020)

Ein essayistisch angelegter Rückblick in eine Kindheit und Jugend in den 60er und 70er Jahren, als nur die Autos bunt waren, die Wohnungen aber grau und eng. Petra Seegers Film ist autobiografisch inspiriert, mit Fotos und Filmen ihres Vaters, aber allgemeingültig: eine Alltagsgeschichte der BRD.

Loving Highsmith (2022)

Höchst gelungener Dokumentarfilm über die Schriftstellerin Patricia Highsmith, deren psychologische Kriminalromane vielfach verfilmt wurden, die aber eine lesbische Liebesgeschichte 1953 nur unter Pseudonym veröffentlichen konnte. Drei ihrer Lebensgefährtinnen kommen hier zu Wort, neben Highsmith selber in Interviews und mit Äußerungen aus ihrem erst kürzlich veröffentlichten Tage- und Notizbüchern.

Blutsauger (2021)

Beschäftigung mit marxistischer Theorie ist ein beliebtes Motiv von Regisseur Julian Radlmaier. Das galt bereits für seinen ersten Langfilm »Selbstkritik eines bürgerlichen Hundes« (2017). Hier erzählt er vom Aufeinandertreffen einer Kapitalistin und eines Proletariers, die Gefühle füreinander entwickeln, und mixt das Ganze mit einer skurrilen Vampirgeschichte. Denn Kapitalisten sind schließlich Blutsauger.

Interview: Ira Sachs über »Passages«

»Als Regisseur schaffe ich Freiräume für kleine Wunder« – Ira Sachs im Gespräch über seinen neuen Film »Passages«.
Gerhard Midding

Der Ort war schon mal klug gewählt: In Lyon, der Wiege des französischen Katholizismus, eine antiklerikal gestimmte Filmzeitschrift herauszugeben, verriet ausgeprägte Kühnheit. Der Zeitpunkt hingegen war verhängnisvoll: 1952, ein Jahr nach der ewigen Konkurrenz.

Mubi: »Rotting in the Sun«

Fremdschämkomödie, Kunstweltsatire und durchgeknallte Detektivgeschichte: Der chilenische Regisseur Sebastián Silva (»La Nana – Die Perle«) meldet sich nach fünf Jahren mit »Rotting in the Sun« zurück.

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