Certain Women (2016)

»Certain Women« vereint drei Geschichten über Frauen, die in der Winterkälte Montanas erschöpft sind von der kontinuierlichen Enttäuschung, die das Nicht-anerkannt-Werden bedeutet. Aufmerksam und empathisch beobachtet von Reichardt, die die spezifisch weibliche Lebenserfahrung alltäglicher Frustration weder wehleidig noch aggressiv in Szene setzt.

Wir könnten genauso gut tot sein (2022)

Ein Hochhaus am Waldrand mit einer handverlesenen Hausgemeinschaft. Natalia Sinelnikova erzählt mit absurdem Humor, wie in diese vermeintlich Idylle Paranoia und Misstrauen einbrechen. Furioses Debüt.

Echo (2022)

Schwarzhumoriger Krimi, der das Genre des in Deutschland so beliebten Provinzkrimis untergräbt.

We Need to Talk About Kevin (2011)

Eine monströse Tat, ihre Vorgeschichte und ihre Folgen. In hypnotischen Bildern schildert der Film einen Alptraum von misslungener Elternschaft, erzählt von Versagen und Schuld und bleibt dabei in der Schwebe zwischen psychologischem Drama und Horrorfilm. Tilda Swinton als hilflose Mutter und Ezra Miller als sadistischer Sohn liefern sich ein faszinierendes Duell.

Book Club – Das Beste kommt noch (2018)

Vier Frauen im Rentenalter lesen »50 Shades of Grey« und stürzen sich in Abenteuer. »Book Club« ist eine mit Jane Fonda, Mary Steenburgen, Candice Bergen und Diane Keaton toll besetzte, aber leider nicht gut geschriebene Altenkomödie.
Jens Balkenborg

Man erinnert sich, wie sie durch Oslo lief und rannte. Wie sie sich auf eine Hochzeit von Unbekannten einschleuste, beim Flirten auf dem Klo pupste und bei ihrem späten Erwachsen werden nach sich selbst suchte. Renate Reinsve spielte in Joachim Triers tollem Film »Der schlimmste Mensch der Welt« erinnerungswürdig eine Frau im Selbstfindungshamsterrad voller Charme und Macken: eine Rolle, in der sich die Befindlichkeiten einer ganzen Generationen spiegelten. 

Lisa Frankenstein

Ihre unbedachte Liebe zu einem verstorbenen Jüngling sorgt für allerlei Turbulenzen im Leben von Teenager Lisa, als fraglicher Schwarm nach einem Blitzeinschlag Einlass in ihr Herz (und Bett) begehrt. Leider fehlt es der Horror-Romcom nach einem Drehbuch von Diablo Cody dann doch an Witz.

Berlinale: Familie kannst Du Dir nicht aussuchen

»Sterben« ist nach »Der freie Wille« (2006) und »Gnade« (2012) Glasners dritte Einladung in den Wettbewerb der Berlinale. In 180 Minuten taucht er in die dysfunktionale Familiendynamik der Lunies ein.

Berlinale: Gibt es nicht genug Filme über Nazis und Auschwitz?

Andreas Dresen zeigt im Berlinale-Wettbewerb »In Liebe, Eure Hilde« über die Widerstandsgruppe »Rote Kapelle«. Julia von Heinz erzählt in »Treasure« mit internationaler Starbesetzung von einer historischen Spurensuche in Polen.
Gerhard Midding

„Ein Verriss ist etwas ganz Unbrauchbares“, sagte Jeanine Meerapfel energisch. Die sturmerprobte Regisseurin ist überzeugt, dass er niemandem nutzt: weder dem Kritiker noch der Leserschaft - und erst recht nicht dem Film. Wer nun erwartete, auf dem Podium würde ein heftiger Streit ausbrechen, sah sich getäuscht.

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