In den letzten Monaten dominierten Paramount und Warner Brothers die Nachrichten aus Hollywood. Darüber hätte man fast vergessen, dass auch die anderen Majors noch im Filmgeschäft tätig sind. Universal beispielsweise macht gerade mit einer rundum begrüßenswerten Maßnahme von sich reden.
John Bengtson kannte Los Angeles wie seine Westentasche. Das galt nicht nur für die Großstadt der Gegenwart, sondern vor allem die Kleinstadt, die es einmal war. Er übte ein Metier aus, das er erfinden musste, weil es vorher nicht existierte. Wie soll man es nennen: Drehort-Archäologie, kinematographischen Urbanismus? Er gab der geschichtslosen Stadt ein Stück ihrer Geschichte zurück.
Wenn in der kommenden Nacht die Oscars vergeben werden, dürfte Jack Fisk aller Wahrscheinlichkeit nach leer ausgehen. Branchenkenner gehen davon aus, dass entweder »Frankenstein« oder »Sinners« für das Beste Szenenbild ausgezeichnet werden.
Ich hatte einmal einen einfallsreichen Redakteur, der dafür Sorge trug, dass ich es mir nicht allzu leicht machte. Beispielsweise schlug ich ihm zum 100. Geburtstag von Jacques Tati einen standesgemäßen Gratulationstext vor. Nein, erwiderte er, ich will von dir einen Artikel über Tatis Einfluss haben. Ahnte er, dass ich ursprünglich nur bei mir selbst abschreiben wollte?
"Zwillingsschwesternhaft" nennt Dietmar Kanthak die Art, wie sich Zoey Deutch in die Rolle der Jean Seberg einfühlt. Allein schon wegen dieses Adjektivs liebe ich seine Kritik zu »Nouvelle Vague«. Der Verstärkung durch „magische Weise“ hätte es da eigentlich gar nicht mehr bedurft, obwohl damit natürlich ein Schlüsselwort über Richard Linklaters Film fällt.
Der Titel dieses bei uns bisher unsichtbaren Films hat mich schon immer fasziniert, in der Sache wie in der Orthographie: "Il faut tuer Birgitt Haas". Das Doppel-t schien mir Ausdruck jener Nonchalance zu sein, die Franzosen gern im Umgang mit fremdsprachlichen Begriffen oder Namen walten lassen – wenn nicht mit Absicht, so doch vielleicht aus einer gewissen Gleichgültigkeit heraus.
So schnell kann es gehen. Nur zwei Stunden, nachdem sie zur Kulturministerin ernannt wurde, erschien Catherine Pégard bereits auf dem roten Teppich vor dem Pariser Olympia. Dort wurden am Donnerstag die César verliehen, was nicht nur ein glanzvoller, sondern auch heikler Termin für Kabinettsmitglieder ist.
Seit Donnerstag ist erst einmal Ruhe eingekehrt. Zumindest ist nichts nach Außen gedrungen. Die nächsten Tage, an denen man über die zukünftige Ausrichtung der Berlinale entscheiden will, werden nicht mehr im Februar liegen. Die Fristverlängerung setzt ein gutes Zeichen: Jetzt will man nichts überstürzen, denn zuvor ging es in dieser Sache und der medialen Berichterstattung wieder einmal viel zu schnell.
Manche Filme sind wie Kassiber, die heimlich aus einem Gefängnis geschmuggelt werden. Das ist uns heute aus dem Iran oder anderen autokratisch regierten Ländern vertraut. Das Glück ihrer Sichtbarkeit ist nie ganz ungetrübt. Keiner weiß, wie groß die Dimension des Pechs ist, nie mehr an die Öffentlichkeit zu gelangen.
Als geborene Weiß hätte sie womöglich auch Karriere gemacht, eventuell sogar unter ihrem Vornamen Käthe. Genug Talent besaß sie schließlich. Aber Ellen Richter klang dann doch weltläufiger. In den 1920er Jahren, als die Schauspielerin und Produzentin ihre größten Erfolge feierte, herrschte in der deutschen Filmpresse eine brennende Neugier auf die wahre Identität, die sich hinter Künstlernamen verbarg.
In den 50er und 60er Jahren war er neben Hitchcock der einzige Regisseur, dessen Gesicht weltweit bekannt war. Seither ist er nie ganz aus der Mode gekommen. Gerhard Midding gibt anlässlich einer Retro auf arte Empfehlungen.
Schon als er noch die High School besuchte, drehte der aus Florida stammende Lance Oppenheim kurze Dokumentarfilme, die zum Teil sogar im Fernsehen ausgestrahlt wurden. Mit gerade einmal 30 Jahren legt Oppenheim nun seinen ersten Spielfilm vor: »Primetime« (aktuell im Kino) erzählt die wahre Geschichte der vor 20 Jahren sehr populären Reality-TV-Show »To Catch a Predator«.