ZDF-Mediathek: »München Beats«

»München Beats« (Miniserie, 2026). © ZDF/Holly Fink

© ZDF/Holly Fink

Eine junge DJ und die Münchner Technoszene der 90er: Der Vierteiler verbindet Zeitgeschichte mit Coming-of-Age

Der Blick zurück auf die heimische Geschichte ist Dreh- und Angelpunkt eines Großteils deutscher Serien, und immer häufiger nimmt man sich dabei – passend zur allgemeinen Nostalgie für die 90er und frühen 2000er Jahre – auch die jüngere Vergangenheit vor. Wo allerdings in »Kleo« oder »Sam – ein Sachse« nicht zuletzt die unmittelbare Nachwendezeit im Fokus stand, blickt »München Beats« nun nicht auf Berlin oder den sonstigen Osten des Landes, sondern auf die bayerische Landeshauptstadt.

Für die 19-jährige Linda (Jule Hermann) ist München Mitte der 90er Jahre so etwas wie das gelobte Land, denn die Welt des ländlichen Ismanings fühlt sich viel zu beengt an. Auf dem elterlichen Bauernhof ist Stallausmisten statt Selbsterfüllung angesagt, und statt von der Lehre in der örtlichen Zahnarztpraxis träumt die junge Frau von Technopartys und einer Karriere als DJane. Als sie schließlich Reißaus nimmt, kommt sie ausgerechnet als Aushilfe in der traditionsreichen Schwulen-Gaststätte Deutsche Eiche unter und findet bald Zugang zur lokalen Partyszene.

Dass parallel Marius Meinhardt (Klaus Steinbacher), der Sohn ihres Patenonkels, aus New York zurück nach München kommt, stellt nicht nur den Beginn einer Liebesgeschichte dar, sondern hat letztlich weitreichende Folgen für das Nachtleben und die Kulturszene der Stadt. Denn seinem Vater (Tobias Moretti) gehört das Traditionsunternehmen Pfanni, für das auch Lindas Eltern Kartoffeln liefern, und als der sich gezwungen sieht, sein großes Werksgelände nahe dem Ostbahnhof zu schließen, entwickeln Linda und Marius die Idee, dort einen Ort für Raves und alternative Kunstprojekte entstehen zu lassen. Dass Meinhardt senior von diesem Plan wenig hält, ist bald allerdings nicht die einzige Schwierigkeit, mit der das junge Paar umgehen muss.

Dafür, dass die von Mimi Kezele inszenierte Serie gerade einmal vier Folgen umfasst, fährt sie einiges auf an Figuren und Konflikten. Letztlich fast ein wenig zu viel, denn so zügig eilt die von Christian Schnalke, Stefani Straka und Julie Fellmann geschriebene und von wahren Begebenheiten rund um den Kunstpark Ost inspirierte Geschichte durch ihren Plot, dass die stärksten Aspekte nie ganz den Raum bekommen, den man ihnen wünschen würde.

Aus dem bislang recht schwachen deutschen Serienjahr sticht diese dennoch an mindestens zwei Fronten weit heraus. Denn einerseits ist Linda, zumal in der mitreißenden Darstellung durch Ex-Kinderstar Jule Hermann (»Wendy – Der Film«), eine großartige Protagonistin, sowohl dem damaligen Zeitgeist entsprechend als auch aus heutiger Sicht glaubwürdig. Von ihrer Technobegeisterung und den wachsenden Erfolgen hinterm Mischpult hätte man gerne mehr gesehen. Und das gilt auch für die berührende Geschichte ihres Bruders Andi (Ben Münchow), dem zwar deutlich mehr am elterlichen Hof liegt, der aber bei Besuchen in München immer weniger die eigene Homosexualität ignorieren kann.

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Meinung zum Thema

Kommentare

Seit langem mal wieder eine richtig gute Serie tolle Schauspieler tolle Handlung. Es hat unendlich Spaß gemacht, München Beats anzuschauen. Hoffe auf mehr Folgen!

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