Buch-Tipp: Kino International

Ikonisches Kino

Das Berliner »International« in Texten und Bildern

Behutsam erhalten und technisch aufgerüstet: Nach 635 Schließtagen öffnete das ehemalige DDR-Premierenkino »International« im Frühjahr 2026 seine gläsernen Türen, termingerecht – allein das schon ein Wunder in Berlin. Jetzt ist im Leipziger Verlag Spector Books ein Fotoband erschienen, der zugleich Baudokumentation und Liebeserklärung ist, eine Kompilation aus Fotodokumenten und Texten von Wegbegleitern und Fans wie Christian Petzold, Andreas Dresen, Christian Friedel und der Editorin Bettina Böhler: »Wo gibt es ein Kino, das uns beim Verlassen des Kinosaals mit der riesigen Fensterfront einen Blick nach außen, also in die reale Welt schenkt?«

Auf seiner »fotografischen Reise in eine Welt der sich verändernden Räume« wirft Christoph Eckelt mit gutem Gespür für Momente und Konstellationen einen sehr besonderen, poetisch klaren Blick auf den Wandel: Mal wirkt das Kino unter Bauplanen wie von Christo verpackt, mal wie ein glühendes Raumschiff in der Berliner Nacht. Im Innern sind viele Details zu entdecken: die Pailletten auf den berühmten Vorhängen, die nummerierten Holzlamellen der Wandverkleidung in der Panoramabar oder die Kabel, die im Treppengang wie Eingeweide aus den Wänden ragen.


 

Christoph Eckelt: Kino International. Innenleben einer Ikone. Spector Books, Leipzig 2026. 136 S., 32 €.

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