Interview: Bella Ramsey & Neil Patrick Harris über »Sunny Dancer«
Bella Ramsey, Neil Patrick Harris in »Sunny Dancer« (2026). © Sunny Dancer Distribution Ltd.
Bella Ramsey und Neil Patrick Harris sprechen über Dreharbeiten wie im Ferienlager, die Vorbereitung auf ihre Rollen und warum Musik, Vertrauen und echte Emotionen den Film so besonders machen
epd Film: Bella, was begeisterte Sie so sehr an diesem Projekt?
Ramsey: Ich erkannte einfach früh, dass dieser Film eine große schauspielerische Herausforderung, aber auch ein sehr großer Spaß sein würde. Und ohne Frage eine Sache, wie ich sie bislang noch nicht gedreht hatte. Eigentlich hatte ich mir vorgenommen, langsam keine Teenager mehr zu spielen und als erwachsene Person ernst genommen zu werden. Aber als ich so begeistert vom Drehbuch war, wurde mir klar, dass dies womöglich meine letzte Chance sein könnte, noch mal einen Teenager zu verkörpern. Selbst als es eine Weile lang so aussah, als würde dieser Film nie Wirklichkeit werden, verlor unser Regisseur George nie das Vertrauen in das Projekt. Damit steckte er mich voll an! Ich wollte unbedingt sechs Wochen Dreharbeiten erleben, die sich anfühlen wie ein Ferienlager – und genau das habe ich am Ende auch bekommen.
Was sprach Sie an, Neil? Ihre Rolle ist ja ziemlich klein für einen so bekannten Schauspieler wie Sie …
Harris: Damit ich meinen Mann und die Kinder allein zu Hause lasse, um an ein Filmset zu reisen, braucht es ein Projekt, bei dem die Chemie stimmt. Und das von jemandem gesteuert wird, der weiß, was er oder sie tut. George ist super jung, aber weil er selbst als Schauspieler gearbeitet hat, weiß er genau, wie er mit Schauspieler*innen reden muss. Überhaupt hatte ich es selten mit einem derart respektvollen Regisseur zu tun, der noch dazu aufgeschlossen für Feedback aus seinem Team ist.
Wie sah Ihre Recherche für die Arbeit an »Sunny Dancer« aus?
Ramsey: Ich tue mich immer ein bisschen schwer mit Recherche und weiß oft gar nicht, wo ich damit anfangen soll. Aber George machte es uns sehr leicht. Vor Drehbeginn hatten wir eine Woche für Proben, und dazu gehörte auch ein ausführliches Gespräch mit Dr. Rachael Hough, der führenden Spezialistin in Sachen Leukämie bei Kindern und Jugendlichen in Großbritannien. Ihr zuzuhören und Fragen stellen zu können, habe ich als große Hilfe empfunden.
Persönliche Erfahrungen hatten Sie diesbezüglich nicht?
Ramsey: Zumindest junge Menschen mit Krebs gab es in meinem Umfeld glücklicherweise bislang noch nicht. Allerdings hatte ich mal ein zweistündiges Videotelefonat mit einem Mädchen, das unheilbar krank war und sich gewünscht hatte, mich kennenzulernen. Inzwischen lebt sie nicht mehr, und auch wenn ich diesen Menschen natürlich nicht gut kannte, zeigte mir diese Erfahrung umso deutlicher, wie wichtig es ist, eine Geschichte wie die von »Sunny Dancer« zu erzählen.
Harris: Ich verstehe aber genau, was du meinst, wenn du sagst, dass du oft gar nicht genau weißt, ob und wie du recherchieren sollst. Im Idealfall hat man ja im Drehbuch einen dreidimensionalen, glaubwürdigen Menschen vor sich und erfährt alles, was man über die Figur wissen muss. Wenn ich einen Serienmörder spiele, erwartet ja auch niemand, dass ich vorab mindestens fünf echte Serienmörder zum Gespräch treffe. Aber gut, letztlich hat da ohnehin jeder Schauspieler seine eigene Methode – und die kann ja auch von Rolle zu Rolle anders sein.
Neil, Sie brachten ja vielleicht eine gewisse Vorbereitung schon mit, denn mit Feriencamps hat doch fast jedes US-amerikanische Kind seine Erfahrungen, oder?
Harris: Da ist etwas dran. Und auch wenn ich schon früh meine Karriere vor der Kamera begonnen habe, gibt es Ferienlager-Erfahrungen. Ich war eine Woche lang in einem Musikferienlager namens »Camp Hummingbird«, aber insgesamt war die Auswahl damals in New Mexico eher dürftig. Inzwischen habe ich als Erwachsener umso mehr Camp-Recherche betrieben, um die richtigen für unsere Zwillinge zu finden. Rund um New York ist die Auswahl riesig.
Eine wichtige Rolle spielt der Song »I Don't Feel Like Dancin'«. Kennen den Menschen Ihrer Generation überhaupt noch, Bella?
Ramsey: Und wie ich den Song kannte! Überhaupt war Musik ein ganz wichtiger Bestandteil der Arbeit an diesem Film. Nicht zuletzt dank einer großen Boombox, die immer mit am Set war und über die wir in jeder Drehpause alle zusammen Musik hörten. Jede Figur und jede Szene hatten eigene Playlisten.
Bella Ramsey
Neil Patrick Harris




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