"Was tut sich?" mit Andrew Bird

© Warner Bros. Pictures

Ohne seinen langjährigen Editor Andrew Bird wären Fatih Akins Filme kaum denkbar. So auch »Amrum« über eine Kindheit am Ende des Zweiten Weltkriegs. Im Gespräch mit epd-Autor Ulrich Sonnenschein gibt Andrew Bird ­Einblicke in den gemeinsamen Entstehungsprozess

Der zwölfjährige Nanning (Jasper Billerbeck) wird kurz vor Kriegsende von den Amrumer Inselbewohnern als »Festländer« beschimpft – auf einer Stufe mit den Geflüchteten aus Schlesien und Ostpreußen. Dass seine Familie seit neun Generationen auf der Insel verwurzelt ist, interessiert niemanden. Mit seiner hochschwangeren Mutter (Laura Tonke) und zwei Geschwistern ist er vor dem Krieg aus Hamburg geflohen. Auf Amrum scheint der Krieg weit weg, doch Nahrung ist knapp. Nanning will seiner Mutter den Wunsch nach einem Weißbrot mit Butter und Honig erfüllen und scheut in den Tagen um die Kapitulation keine Mühen, um Mehl, Eier und Zucker aufzutreiben. Gleichzeitig muss der Junge seinen Weg durch ein Dickicht aus Nazipropaganda, Schweigen und Lügen finden. Seine Mutter ist fanatische Nationalsozialistin. Fatih Akin erzählt diese Coming-of-Age-Geschichte, inspiriert von der Kindheit seines im November verstorbenen Freundes Hark Bohm, ungewohnt leise und mit behutsamem Blick auf ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte.

Andrew Bird ist ein in London geborener Filmeditor, der seit 30 Jahren eng mit Fatih Akin zusammenarbeitet. Er schnitt u. a. »Gegen die Wand«, »Soul Kitchen« und »Tschick«. Für »Auf der anderen Seite« erhielt er 2008 den Deutschen Filmpreis. Zuletzt war er u. a. für den Schnitt von Rasoulofs oscarnominiertem »Die Saat des heiligen Feigenbaums« verantwortlich. Bird lebt in Hamburg und ist Mitglied der Deutschen und Europäischen Filmakademie sowie der Academy of Motion Picture Arts and Sciences.

Vorstellungsbeginn am 22.3. ab 20:15 Uhr

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt 
Karte

Vorverkauf an der Museumskasse
Di – So 10 Uhr bis 18 Uhr
Tel.: +49 69 961 220 – 220
kinokasse@dff.film

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