"Was tut sich?" mit Laura Laabs

© Farbfilm Verleih

Eine Moorleiche bei Bad Kleinen wird zum Ausgangspunkt eines radikalen Films über deutsche Geschichte, verdrängte Schuld und die Geister der Vergangenheit. Regisseurin Laura Laabs über ihr Langfilmdebüt »Rote Sterne überm Feld«

Laura Laabs' Debütfilm, ausgezeichnet mit dem Preis der Filmkritik beim Max-Ophüls-Festival, entfaltet ein vielschichtiges Panorama deutscher Geschichte. Ausgangspunkt ist eine Moorleiche bei Bad Kleinen – doch die Identität des Toten bleibt Nebensache. Der Film erzählt in verschachtelten Episoden von Schuld, Erinnerung und Verdrängung über fast hundert Jahre hinweg. Tine (Hannah Ehrlichmann) kehrt in ihre ostdeutsche Heimat zurück und stößt auf ein Netz aus familiären, politischen und historischen Verstrickungen: eine RAF-Mutter, ein gescheiterter LPG-Leiter, verschwundene Dorfbewohner, SS-Vergangenheit, rechte Jugendcliquen. Geschichte erscheint als Gespenst, das die Gegenwart heimsucht.

Laabs arbeitet mit verschiedenen Bildformaten, surrealen Tableaus, Inserts, mythologischen Figuren und jeder Menge Verweise. Das Fest der Moorleichenforscher ähnelt einem grotesken letzten Abendmahl und die Ankunft der Wessis in einem Golf Cabrio hat ­Laabs wie politisches Kabarett inszeniert. Nicht alles zündet, aber die Fülle der Ideen gebietet Bewunderung. Und: So vehement politisch hat kein Film der letzten Jahre argumentiert.

Laura Laabs, geboren 1985 in Ostberlin, ist Regisseurin und Autorin und lebt in Berlin und Bad Kleinen. Sie studierte Politik, Filmwissenschaft und Regie an der Filmuniversität Konrad Wolf. Ihr Kurzfilm »Enkel der Geschichte« lief im Wettbewerb von Visions du Réel und wurde ausgezeichnet. Sie realisierte Serien, Hörspiele und ist Mitbegründerin des feministischen Filmkollektivs r.O.k.s.

Vorstellungsbeginn am 10.2. ab 20:15 Uhr

DFF – Deutsches Filminstitut & Filmmuseum
Schaumainkai 41
60596 Frankfurt 
Karte

Vorverkauf an der Museumskasse
Di – So 10 Uhr bis 18 Uhr
Tel.: +49 69 961 220 – 220
kinokasse@dff.film

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