Thanassis Karathanos

Produzent/in von:

Im einem menschenfeindlichen, vom Schneesturm gepeitschten Moskau lässt eine mittellose Kirgisin ihr Neugeborenes im Krankenhaus zurück und kämpft ums Überleben: Sergey Dvortsevoys Film »Ayka« ist das erschütternde Porträt einer Mutter am Abgrund. Für ihr packendes Spiel wurde Samal Yeslyamova in Cannes ausgezeichnet
Die Geschichte eines Pferdediebs in einem kirgisischen Dorf dient als Rahmen für das gleichermaßen lakonische wie poetische Provinzporträt »Die Flügel der Menschen« – ohne Didaktik, hervorragend fotografiert, mit leisem Humor und auch sonst wohltuend ruhig im Tonfall
Die großen Zeiten von Kleidung »Made in India« sind bei uns vorbei. Dass Teile der Textilproduktion immer noch wie in den 60er-Jahren funktionieren, zeigt »Machines« mit starken Bildern von metaphorischer Qualität
Ein unbedarfter Bauunternehmer gerät nach einem versuchten Deal mit geschmuggelten Laptops in die Mühlen des von Willkür geprägten jordanischen Justizsystems. »Gelobt sei der kleine Betrüger« ist eine leichte Sommerkomödie, die trotz einiger gelungener Momente eher oberflächlich bleibt
Mit anarchischem Slapstick-Humor attackiert Skandalregisseur Bruno Dumont in »Die feine Gesellschaft« das französische Bürgertum. Seine eigenwillige Romeo-und-Julia-Interpretation an der idyllischen Normandieküste ist eine Parade grotesker Körper mit einer kannibalistischen Pointe
In der Hoffnung, nach dem Militärdienst die amerikanische Staatsbürgerschaft erlangen zu können, reist ein junger Mexikaner illegal in die USA ein. Rafi Pitts inszeniert seinen Fall in »Soy Nero« als reduziertes Kammerspiel
Regisseur Alexis Alexiou zeichnet den Weg des verschuldeten griechischen Clubbesitzers Stelios zum Kriminellen nach und gestaltet seinen Film »Mittwoch 04:45« als eine Parabel auf die Auswegslosigkeit der Griechenlandkrise
Die japanische Regisseurin Naomi Kawase hat ein einmaliges Gespür dafür, mit der Kamera die immaterielle Beschaffenheit des Kinos einzufangen. Hier dominieren jedoch die melodramatischen Konventionen eines gefälligen Gefühlskinos
Einfühlsame Dramedy über eine Freundesgruppe in einem Jerusalemer Altersheim, die sich mit dem Thema Sterbehilfe auseinandersetzen und notgedrungen eigene Lösungen finden muss. Stark gespielt und inszeniert, weiß der Film klug und differenziert mit dem Thema umzugehen – und dass sich mit dem Tod durchaus spaßen lässt
Angeblich wollte Luc Besson die Filmrechte erwerben, nachdem allein in Frankreich von der Graphic Novel »Vertraute Fremde« 150 000 Exemplare verkauft wurden. Dieses Schicksal ist der ersten Verfilmung eines Werks von Jiro Taniguchi glücklicherweise erspart geblieben