Prokino

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Eine Gerichtsmedizinerin gerät nach einer Liebesnacht in einen höchst mysteriösen Mordfall und kann sich bald nicht mehr sicher sein, was wirklich ist. Mit schwelgerischer Künstlichkeit inszeniert, wirkt der überladene Mysterythriller »Das Geheimnis von Neapel« bald prätentiös. Spannung entwickelt er nur wenig, lediglich Neapel sieht ganz wunderbar aus – ohne sonderlich geheimnisvoll zu sein
Eine Liebe, die in der Hochzeitsnacht zerbricht: Die Verfilmung von Ian McEwans Roman »Am Strand« bewegt durch die subtile Inszenierung, die vieldeutige Geschichte und vor allem die beiden großartigen Hauptdarsteller
Aus seltenen Archivaufnahmen von Bühnenauftritten und Selbstzeugnissen montiert Tom Volf eine schwelgerische Hommage, die ihre schillernde Legende respektiert: »Maria by Callas«
Emily Atef inszeniert das letzte Interview, das Romy Schneider einem deutschen Medium gab, nicht als tragischen Offenbarungseid. Dank ihrer Darsteller wird daraus die intime, wehmütige Chronik eines souveränen Abschieds: »3 Tage in Quiberon«
Sean Baker schildert eine Kindheit am Rande des Existenzminimums in einem Motel in Florida, und verbindet dabei dokumentarisches Gespür mit visueller Lust am Erzählen. »The Florida Project« ist ein schmerzlich wahrhaftiges Sozialdrama mit der Magie eines Märchens
Trotz der aus Lehrer-Schüler-Filmen bekannten Klischees wirkt das französische Musikdrama »La Mélodie« über einen Geigenlehrer und seine Schüler ungewöhnlich authentisch und vermittelt auf unprätentiöse Weise die Segnungen musikalischer Förderung
Szenen aus dem Kleingarten der 70er Jahre: »Sommerhäuser« ist ein flirrend heißer Sommerfilm, in dem Aktionen und Emotionen verlangsamt werden, bis es zur Katastrophe kommt
Zwei Generationen mit stolz vorgerücktem Babybauch: Dieses Zusammentreffen könnte im 21. Jahrhundert eigentlich unkompliziert sein, aber Noémie Saglios Komödie will es anders. Juliette Binoche und Lambert ­Wilson stehen als werdende (Groß-) Eltern auf ziemlich verlorenem Posten
Statt ein paar Stunden sitzt der Autor James Lord dem Bildhauer Alberto Giacometti in dessen Pariser Atelier fast drei Wochen Modell und wird dabei Zeuge des künstlerischen Ringens. Basierend auf der Biografie von Lord schafft Stanley Tucci mit »Final Portrait« ein ungewöhnliches Künstlerporträt
Die Verfilmung des Bestsellers »Tulpenfieber« von Deborah Moggach schwankt zwar etwas unentschlossen zwischen kolportagehaftem Liebes- und Wirtschaftsdrama, ist aber mit prächtiger Ausstattung und namhafter Besetzung ästhetisch auf der Höhe der Zeit. Gegenwartsbezug liefert auch das historische Thema: die Blütezeit der niederländischen Malerei und die Tulpenspekulation