Kritik zu Bad Times at the El Royale

© 20th Century Fox

2018
Original-Titel: 
Bad Times at the El Royale
Filmstart in Deutschland: 
11.10.2018
L: 
141 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Vier Fremde treffen in einem abgelegenen Hotel aufeinander: Mit viel Liebe zum Genrekino und zur 60er-Jahre-Ausstattung und -musik entfaltet Drew Goddard (»Cabin in the Woods«) daraus einen Film voller Überraschungen

Bewertung: 4
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Mitten durch die Lobby führt ein roter Streifen. Er markiert die Grenze zwischen Kalifornien und Nevada, auf der das Hotel »El Royale« erbaut wurde. In den 50ern und 60ern schlug das Etablissement aus seiner Zweistaatlichkeit kräftig Kapital. Bilder von Marilyn Monroe und Frank Sinatra schmücken die Wand an der Bar. Aber mittlerweile ist es eine Billigabsteige, in der nur noch ein einsamer Angestellter (Lewis Pullman) seinen Dienst verrichtet. An diesem Nachmittag checken vier Gäste an der Rezeption ein: der Priester Daniel Flynn (Jeff Bridges), der gegen sein schwindendes Gedächtnis ankämpft, die Sängerin Darlene Sweet (Cynthia Erivo), die sich als Background-Vokalistin durchschlägt, der Staubsaugervertreter Laramie Seymour Sullivan (Jon Hamm) und die coole Hippie­braut Emily (Dakota Johnson), die sich mit einem schlichten »Fuck you« ins Gästebuch einträgt. Dass die vier keine gute Zeit miteinander haben werden, ist schon im Filmtitel festgeschrieben. Aber was Regisseur Drew Goddard aus seiner Figurenkonstellation so herausholt – das ist schon phänomenal und auf 141 Filmminuten nicht einen Moment langweilig. Als bekennender Genreliebhaber dekonstruierte Goddard mit seinem Regiedebüt »Cabin in the Woods« schon die Gesetze des Horrorfilms. »Bad Times at the El Royale« nun erinnert mit seinem Setting an Quentin Tarantinos »Hateful 8«. Dass hier kaum jemand die Person ist, die er/sie vorgegeben hat zu sein, wird schon frühzeitig aufgedeckt. Der Staubsaugervertreter, der die Honeymoon-Suite nach Wanzen durchsucht, der Priester, der die Dielenbretter seines Zimmers aushebelt, die Hippiebraut, die eine junge Frau als Geisel an den Stuhl fesselt, sind erst der Anfang einer Aufstellung, die zunehmend an krimineller Komplexität gewinnt. 

Eine Hierarchisierung in Haupt- und ­Nebenfiguren verweigert der Film komplett. Gestorben wird nicht zwingend entlang der Prominenz der Darsteller. Szenen werden zurückgespult, um sie aus der Perspektive einer anderen Figur zu zeigen. Plotwendungen setzen mit schafottartiger Schärfe echte Überraschungseffekte. Jede Figur hat eine Vergangenheit, deren Aufdeckung sie in einem anderen Licht erscheinen lässt. Und am Schluss zieht der Film mit Chris Hemsworth als Sektenguru ein As aus dem Ärmel und lässt den Star schon bald wieder spektakulär verglühen. »Bad Times at the El Royale« glänzt nicht durch das ausgeklügelte Subtextgewebe seiner Story, die das Hotel als weltliches Fegefeuer in Szene setzt. Vielmehr ragt diese Studioproduktion durch ihre narrative und visuelle Brillanz, die sichtbare Freude am cineastischen Erzählen und eine erfrischende Offenheit gegenüber den Charakteren aus dem Mainstream heraus. 

Und dann ist da noch die enorme Leinwandpräsenz von Cynthia Erivo. Glücklicherweise gibt Goddard der Tony- und Grammy-Gewinnerin in zahlreichen ­Gesangseinlagen genug Raum, um ihr ­Talent zu entfalten – ihre A-cappella-Interpretationen alter Motown-Songs sind schlicht atemberaubend.

Meinung zum Thema

Kommentare

So eine blödsinnige Kritik.
Der Film war ein Haufen Schrott.
Schlechte schauspieler. Sinnfreie Handlung.
Sinnfreie Gewalt und perversion.
Schlechtester Film des jahres!

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