Gerhard Midding

Gerhard Midding ist freier Autor für Tageszeitungen (Berliner Zeitung, Die Welt), Zeitschriften (epd Film, filmbulletin) sowie Radio-(rbb Kulturradio) und Fernsehsender (3sat). 

Filmkritiken von Gerhard Midding

Fast eine Beziehungskomödie: Philippe ­Garrel, der altgediente Freischärler unter den Autorenfilmern Frankreichs, lässt in »Im Schatten der Frauen« die stilistische Unbefangenheit der frühen Nouvelle Vague wieder aufleben, um die alte Geschichte von Liebe, Betrug und Versöhnung neu zu erzählen
Auf dem Höhepunkt ihres Ruhms posierten sie sogar für den Starfotografen David Bailey: »Legend«, Brian Helgelands Biografie der gefürchteten Kray-Zwillinge, ehrt rabiat die Konventionen des Gangsterfilms
»Der Junge und die Welt« ist ein poetischer Kinderfilm, den auch Erwachsene verstehen: Der brasilianische Animationskünstler Alê Abreu inszeniert die Suche eines kleinen Jungen nach seinem Vater als eine melancholische Allegorie auf die Globalisierung
Drei langjährige Freunde und ihre Partnerinnen müssen auf einem Segeltörn nach Korsika feststellen, dass Wasser keine Balken hat und Beziehungen nicht in Routine erstarren dürfen. Olivier Baroux (»Fasten auf Italienisch«) und seine Darsteller schalten in stürmischer See auf Autopilot
Zwei Künstler, der eine ein Komponist und Dirigent, der andere ein Filmemacher, ziehen in einem Schweizer Grandhotel die Bilanz ihres Lebens. Zwei großartige Altersrollen für Michael Caine und Harvey Keitel
Denis Villeneuve, den kanadischen Grenzgänger des ambitionierten Actiondramas, zieht es diesmal nach Süden. Sein Thriller »Sicario« über den amerikanisch-mexikanischen Drogenkrieg steckt voller Widerhaken
Als ihn die Tochter seines besten Freundes verführt, wird Laurent (Vincent Cassel) von heftigen Gewissensbissen geplagt. Ein Film über Männer in der Lebensmitte, die ihr Territorium verteidigen. Viele schöne Landschaftsaufnahmen
Ist Saras Verhältnis zu ihrer Lehrerin ein Coming of age oder ein Coming out? Viel enthält Anna Sofie Hartman dem Zuschauer in ihrem Langfilmdebüt vor, setzt an Stelle einer dramatischen Forcierung atmosphärische Alltagsimpressionen, in denen das Ungesagte ebenso großen Stellenwert besitzt wie das Gezeigte
Angeblich wollte Luc Besson die Filmrechte erwerben, nachdem allein in Frankreich von der Graphic Novel »Vertraute Fremde« 150 000 Exemplare verkauft wurden. Dieses Schicksal ist der ersten Verfilmung eines Werks von Jiro Taniguchi glücklicherweise erspart geblieben
Am Anfang stand die Idee für die spektakulären Action-Szenen; das Drehbuch wurde später um sie herum konstruiert. So etwas kann gut gehen, wenn die Spannungsdramaturgie auf der Vorhersehbarkeit und dem reibungslosen Zusammenspiel von Spezialisten basiert. Christopher McQuarrie jedenfalls variiert die bewährten Motive des widerstandsfähigen Spionage-Franchise temporeich und mit lässlicher Ironie

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Jean-Pierre Darroussin war lange der geborene Ensembleschauspieler, ein absolut zuverlässiger Nebendarsteller – bis man seine würdevolle Unscheinbarkeit auch für Hauptrollen entdeckte.
Tipp
In »Made in England: Die Filme von Powell und Pressburger« lässt Dokumentarist David Hinton Martin Scorsese von seiner Liebe zu den Filmen der »Archers« schwärmen.