Dietmar Kanthak
Filmkritiken von Dietmar Kanthak
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Bildmächtig und fantasievoll geht die Norwegerin Tallulah H. Schwab der Frage nach: Was ist Realität? Die assoziationsgeladenen Momentaufnahmen spiegeln eine oberflächenreizübervolle Beliebigkeit.
Ein italienisches Bergdorf 1944 ist Schauplatz einer komplexen Familiengeschichte. Genreszenen erscheinen im Stil kunstvoll komponierter Tableaus. Innere und äußere Konflikte entwickeln sich mit der Wucht klassischer Dramen.
Friedrich Schillers Drama »Wilhelm Tell« hat Nick Hamm zu einem Film inspiriert, der als Schlachtengemälde funktioniert. Die Charaktere hingegen entwickeln sich so vorhersehbar wie die immer wieder in Gewalt mündende Handlung.
Sigurjón Kjartansson vereint in seinem Film Künstlerkomödie, Beziehungskammerspiel und MeToo-Drama. Das funktioniert dank eines Ensembles, das den richtigen Ton trifft.
In Steven Soderberghs Film befinden sich intensives Beziehungskammerspiel, spannender Geheimagenten-Plot und Schauspielkunst in perfekter Balance. So sieht Kino-Haute-Couture aus.
Aus der Formel »Feiert nicht Hochzeiten, sondern Trennungen« entwickelt Jonás Trueba eine trotz dialogischer Längen funktionierende Geschichte mit komödiantischen Effekten und emotionalen Akzenten.
Jan Henrik Stahlbergs Film überwältigt das Publikum mit einem wilden Stilmix, um die missionarische Mission eines Mannes im Kampf gegen den Neoliberalismus zu bebildern. Das gestaltet sich mal mit effektvoll inszenierter Komik, mal mit zäher thesenhafter Rhetorik.
Mit viel Gefühl, aber nie verboten zuckrig erzählt Peter Cattaneo die Geschichte des Lehrers Tom Michell 1976 zu Beginn der Militärdiktatur in Buenos Aires. Ein Pinguin tritt in sein Leben und wird zum Veränderungsmotor für Michell und seine nähere Umgebung.
Der Auftakt zu Dag Johan Haugeruds »Oslo«-Trilogie begleitet seine Figuren auf einer Reise zu sich selbst. Existenzielle Themen entfalten sich in fast schon aufreizend entspannt inszenierten Dialogen.
Gia Coppalas Film erzählt das letzte Kapitel in der Karriere eines Showgirls in Las Vegas. Hauptdarstellerin Pamela Anderson bringt Lebenserfahrung in ihre Darstellung ein, aber der Film besitzt auch einen universellen Kern und künstlerische Kraft.



