Dietmar Kanthak

Filmkritiken von Dietmar Kanthak

Inspiriert von einem wahren Gerichtsfall erzählt Christina Tournatzés von Missbrauch und Gerechtigkeit. Elise Krieps in ihrer ersten großen Rolle ist sensationell.
In einer dokumentarischen, mitunter kunstlos anmutenden Filmsprache erzählt Scandar Copti von Palästinensern und Israelis in Haifa – und von destruktiven gesellschaftlichen und familiären Prägungen.
Bildmächtig und fantasievoll geht die Norwegerin Tallulah H. Schwab der Frage nach: Was ist Realität? Die assoziationsgeladenen Momentaufnahmen spiegeln eine oberflächenreizübervolle Beliebigkeit.
Ein italienisches Bergdorf 1944 ist Schauplatz einer komplexen Familiengeschichte. Genreszenen erscheinen im Stil kunstvoll komponierter Tableaus. Innere und äußere Konflikte entwickeln sich mit der Wucht klassischer Dramen.
Friedrich Schillers Drama »Wilhelm Tell« hat Nick Hamm zu einem Film inspiriert, der als Schlachtengemälde funktioniert. Die Charaktere hingegen entwickeln sich so vorhersehbar wie die immer wieder in Gewalt mündende Handlung.
Sigurjón Kjartansson vereint in seinem Film Künstlerkomödie, Beziehungskammerspiel und MeToo-Drama. Das funktioniert dank eines Ensembles, das den richtigen Ton trifft.
In Steven Soderberghs Film befinden sich intensives Beziehungskammerspiel, spannender Geheimagenten-Plot und Schauspielkunst in perfekter Balance. So sieht Kino-Haute-Couture aus.
Aus der Formel »Feiert nicht Hochzeiten, sondern Trennungen« entwickelt Jonás Trueba eine trotz dialogischer Längen funktionierende Geschichte mit komödiantischen Effekten und emotionalen Akzenten.
Jan Henrik Stahlbergs Film überwältigt das Publikum mit einem wilden Stilmix, um die missionarische Mission eines Mannes im Kampf gegen den Neoliberalismus zu bebildern. Das gestaltet sich mal mit effektvoll inszenierter Komik, mal mit zäher thesenhafter Rhetorik.
Mit viel Gefühl, aber nie verboten zuckrig erzählt Peter Cattaneo die Geschichte des Lehrers Tom Michell 1976 zu Beginn der Militärdiktatur in Buenos Aires. Ein Pinguin tritt in sein Leben und wird zum Veränderungsmotor für Michell und seine nähere Umgebung.