Dietmar Kanthak

Filmkritiken von Dietmar Kanthak

Mit seiner verharmlosenden, bewusst naiven Bildersprache kommt »Feuerherz« seinem Thema Kindersoldaten in keinem Augenblick nahe. Der Film ist mehr »Jenseits von Nordafrika« als ernstzunehmendes Kriegsdrama
Dominique Abels und Fiona Gordons »Rumba« vereint Slapstick und Poesie, philosophische Betrachtung und Lovestory. Der Film stellt seine Künstlichkeit aus, trifft den Zuschauer aber immer wieder ins Herz
Fernando Meirelles hat José Saramagos Endzeitparabel adaptiert. Sein Problem: Er zeigt viel Endzeit, aber wenig Parabel. Fest im genretypischen Rahmen des Katastrophenthrillers fehlt der doppelte Boden
Jennifer Lynch versteht es meisterhaft, Alpträume zu inszenieren. »Unter Kontrolle« ist eine Studie über Gewalt und Lüge, die das Thema nicht originell reflektiert, aber in atmosphärisch dichten Bildern ausbreitet
Mit dezentem Blick und quasi-religiöser Emphase beobachtet Laurent Charbonnier Säugetiere, Amphibien und Insekten beim Sex
Marc Forster versucht sich in »Stay« als eine Art Über-David-Lynch. Das Drehbuch des »Troja«-Autors David Benioff ist Ausgangspunkt einer visuell ehrgeizigen, kühnen, herausfordernden Psychostudie. Roberto Schaefers Kamera nistet sich gleichsam in den Köpfen und in der Psyche der Protagonisten ein
Christian Alvarts Thriller um einen Serienmörder in der thüringischen Provinz irritiert ein wenig im plakativen Zitieren seiner großer Vorbilder Fincher, Lynch und Demme, beeindruckt jedoch in der psychologischen Feinarbeit und mit brillanten Schauspielern
Unglück, Tod, Gewalt, Inzest – und Liebe bestimmen »Schneeland«, eine dramatische, in lappländischer Wintereinsamkeit angesiedelte Tragödie von »Lindenstraßen«-Regisseur Geißendörfer
»Die Bourne Verschwörung« ist ein Actionfilm mit genretypischen Effekten und einer Autoverfolgungsorgie im leichenfahlen Moskau, erstklassig inszeniert und nichts für schwache Nerven. Gleichzeitig liefert er das Psychogramm eines Mannes auf der Suche nach seiner Vergangenheit
Fatih Akin erzählt eine extreme, mit konventionellen Maßstäben nicht fassbare Liebesgeschichte. Die Mittel sind oftmals plakativ, seine poetischen Momente verdankt der Film der Schauspielerin Sibel Kekilli