Kritik zu Vaiana

© Walt Disney

Die Realfilmversion des Disney-Südseemärchens hält sich bis ins Detail an die Vorlage und erzählt das Abenteuer einer Häuptlingstochter in Hochglanzbildern

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Keine Experimente!, scheint die Devise der Macher des Realfilm-Remakes des Disneymärchens »Vaiana« gewesen zu sein. Verständlich, denn die Geschichte eines auf einer Südseeinsel aufgewachsenen Mädchens, das sich auf das weite Meer traut, um einen Fluch rückgängig zu machen, der die fruchtbare Insel zu zerstören droht, erwies sich als unerwartet zugkräftiger »Sleeper«. 2016 gestartet, war »Vaiana« im Kino zwar nicht besonders erfolgreich. Doch im Disney+-Heimkino stieg das ozeanische Epos zum meistgestreamten Film der letzten fünf Jahre auf.

Eingedenk des Flops des Realfilm-Remakes »Arielle, die Meerjungfrau« mit einer vieldiskutierten afroamerikanischen Heldin wird die Handlung hier nur in homöopathischen Dosen geändert. Die Rolle des selbstverliebten Halbgottes Maui übernimmt selbstverständlich Dwayne Johnson, der diese Figur bereits 2016 und in »Vaiana 2« (2024) eingesprochen hatte. Die lockige Langhaarperücke auf seinem kahlen Haupt ist zwar gewöhnungsbedürftig. Doch der Ex-Wrestler beweist erneut, dass die Kombination aus Muskeln und Verschmitztheit wie für das Kino gemacht ist. So ansprechend Newcomerin Catherine Laga'aia ist: Hauptdarsteller ist Mauis imposanter Oberkörper, überdies übersät mit gestisch bewegten Tattoos, die seinen wahren Gemütszustand verraten.

Der Charme dieses Filmmusicals liegt nach wie vor in den von polynesischer Kultur inspirierten Details und den Songs. Doch der Mix aus Schauspielern und CGI sorgt stellenweise für Irritationen. Statt putzig wie im Animationsfilm wirken die von echten Menschen dargestellten Gefühle und Dramen nun dick aufgetragen, gar kitschig, etwa das an eine Aussteigeridylle erinnernde Südseeparadies oder das Dauer-Mantra weiblicher Selbstermächtigung. Computeranimierte Wellenspielereien und Monster haben dagegen einen generischen Déjà-vu-Effekt. Ein an den Balrog aus »Der Herr der Ringe« erinnerndes Vulkanungeheuer lässt überdies an der Freigabe ab 6 Jahren zweifeln. Insgesamt ein schön buntes Remake mit sympathischen Figuren, das dennoch die Frage aufwirft, ob es tatsächlich nötig war.

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