Kritik zu Is This Thing On?

© Disney/Searchlight Pictures

2025
Original-Titel: 
Is This Thing On?
Filmstart in Deutschland: 
19.03.2026
L: 
124 Min
FSK: 
Ohne Angabe

Die Trennung von seiner Frau wirft einen Mann aus der Bahn - bis er anfängt, seine Krise als Stand-up-Comedian zu verarbeiten. Bradley Coopers dritte Regiearbeit pendelt zwischen Beziehungsgeschichte und Midlife-Crisis-Drama.

Bewertung: 2
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Große Ambitionen waren das, wofür Bradley Cooper bislang als Regisseur bekannt war. Als Debütfilm entschied er sich gleich mal für ein Remake des Klassikers »A Star Is Born«, anschließend setzte er mit »Maestro« nicht nur Leonard Bernstein, sondern – so schien es jede Einstellung zu suggerieren  – auch der eigenen Schauspielkunst ein Denkmal. Doch mit seinem Drittling kommt nun die Kehrtwende: Statt auf Oscars schielendes Prestigekino ist »Is This Thing On?« eine bescheidene Ehegeschichte mit reichlich komödiantischem Drall.

Schon zu Beginn des Films ist die Beziehung von Alex (Will Arnett) und Tess (Laura Dern) eigentlich am Ende. In langen Jahren zusammen und trotz zweier Söhne scheint ihnen irgendwie das Miteinander abhandengekommen, ohne großes Drama; jetzt gilt es noch, den gemeinsamen Freundeskreis über die Trennung zu informieren, und für Alex, in eine eigene Wohnung zu ziehen. Statt Wut oder Frust dominieren eher Ratlosigkeit und Trauer die Gefühlswelt der beiden. Als er reichlich zufällig eines Abends auf der Open-Mic-Bühne eines Comedyclubs landet, findet Alex dann allerdings nicht nur einen willkommenen Ausgleich zum unbefriedigenden Schreibtischjob, sondern vor allem einen unverhofften Weg, die neue Lebenssituation auszuloten und zu verarbeiten. Ohne dass irgendwer in seinem Umfeld etwas davon mitbekommt, blüht Alex in der New Yorker Stand-up-Szene auf und fängt nebenbei an, den eigenen Gefühlshaushalt zu sortieren. Und während auch Tess ihren Alltag mit neuen beziehungsweise alten Inhalten füllt, indem die einstige Spitzensportlerin ihre Volleyball-Leidenschaft wieder aufleben lässt, zeigt sich schließlich, dass es womöglich nicht ein Mangel an Liebe war, der für ihre Ehe zum Problem wurde.

Gerade im Vergleich zu Coopers bisherigen Regiearbeiten, die nicht selten vom unbedingten Willen zu den ganz großen Gesten erdrückt zu werden drohten, erweist sich »Is This Thing On?« (lose basierend auf dem Leben des britischen Komikers John Bishop) als erfreulich undramatischer Film. Die Reife und humorvolle Ernsthaftigkeit, mit der hier tragikomisch von der Beziehung zweier vernünftiger Erwachsener erzählt wird, ist sympathisch und ungekünstelt. Und weil Cooper sich selbst dieses Mal nicht die Haupt-, sondern nur eine Nebenrolle als enger Freund des Paares gegeben hat, gelingt es ihm endlich, in der Inszenierung das sonstige Übermaß an Eitelkeit abzuschütteln.

Gänzlich gelungen ist »Is This Thing On?« trotzdem nicht, und das liegt nicht nur daran, dass – aller Authentizität in der Milieu-Darstellung zum Trotz – Stand-up-Comedy auf der Kinoleinwand selten viel hermacht. Leider räumt das Skript, das Cooper gemeinsam mit Arnett und Mark Chappell verfasst hat, der einmal mehr exzellenten Dern und ihrer Figur deutlich weniger Raum und Aufmerksamkeit ein als ihrem Film-Gatten, was zur Folge hat, dass man über weite Strecken eher einem Midlifekrisen-Drama als einer Ehegeschichte zuzusehen scheint. Dass Arnett als Darsteller stets eher enervierend als einnehmend wirkt, kommt hier besonders erschwerend hinzu.

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